Die Kaupthing-Sparer haben ihr Geld zurück

Nach 9 Monaten unsicherem Warten war es am Donnerstagmittag endlich soweit: Die belgischen Sparer der ruinierten isländischen Kaupthing-Bank haben ihr Erspartes zurückbekommen. Ihr Geld war seit Oktober blockiert und erst eine Übernahme der Kunden durch andere Geldinstitute sorgte für Erleichterung.
Die Kaupthing-Bank aus Island war eines der ersten europäischen Kreditinstitute, die der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zum Opfer vielen.

Die hohen Sparzinsen der Bank lockten auch viele Kunden aus Belgien an, die ihr Geld virtuell über online-banking dort festlegten. Allerdings hatte die isländische Vorzeigebank in Belgien keine offizielle Niederlassung, sondern lediglich ein kleines Büro.
Nach dem Ruin der Bank im Herbst 2008 schien für diese Kunden eine Welt unterzugehen. Ihr Geld war weg!

Sie forderten die Hilfe der belgischen Regierung und der EU ein, doch deren Hände waren gebunden. Island gehört (noch) nicht zur Europäischen Union und der Euro ist dort auch kein Zahlungsmittel. Nur Luxemburg konnte helfen, denn Kaupthing hatte dort eine Niederlassung.
Doch am Donnerstag gab die CBFA, die belgische Banken-Kontrollbehörde grünes Licht für die Freigabe der Spargelder.

Die Konten der 20.000 hiesigen Kaupthing-Kunden waren inzwischen von den beiden belgischen Banken Landbouwkrediet und Keytrade (eine Tochter der erstgenannten Bank) übernommen worden.

Schnell ran ans Geld?

Fachleute gehen nicht davon aus, dass die ehemaligen Kaupthing-Kunden jetzt massiv ihr Geld abheben werden, denn die beiden belgischen Banken, die diese Konten jetzt betreuen, gelten als vertrauenswürdig.