Belgien ist kein Steuerparadies mehr

Vor einiger Zeit hatte die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) Belgien auf die so genannte „graue Liste“ der vermeintlichen Steuerparadiese gesetzt. Unser Land zeige keine Kooperations-Bereitschaft bei internationalen Steuerfragen und Ermittlungen, hieß es in der damaligen Begründung.
Doch inzwischen, genauer seit April, hat Belgien mehrere bilaterale Abkommen zum Austausch steuerrelevanter Informationen geschlossen, unter anderem mit Singapur, dem Zwergstaat San Marino und mit Monaco.
Die OECD lobte Belgien für das schnelle Handeln in dieser Materie und strich unser Land von der ominösen „grauen Liste“. Faktisch hat Belgien in relativ kurzer Zeit 12 solcher Abkommen getroffen und genau diese Zahl der Kooperationen war nötig, um offiziell von der Liste zu verschwinden.

Belgien war Anfang April erst auf die Liste der Staaten, die zu zaghaft gegen nationale und internationale Steuerhinterziehung vorgehen, gesetzt worden. Dazu hatte die OECD ausgerechnet den Weltwirtschaftsgipfel der G20 ausgewählt – symbolischer geht kaum noch.

Doch jetzt steht Belgien als Musterschüler und als Vorbild für die anderen da. OECD-Generalsekretär Angel Gurria (Foto) sagte dazu in Paris, dass er alle Länder dazu ermutige, so schnell zu reagieren, wie die Belgier.