Schweinezüchter blockierten Vertriebszentren

Die Vereinigung der Schweinezüchter (Veva) hat ähnliche Probleme, wie die Milchbauern vor einigen Tagen. Sie erzielen zu geringe Preise pro Kilo Schweinefleisch und viele von ihnen schreiben rote Zahlen. In Verhandlungen mit dem Groß- und Einzelhandel wollen die Landwirte bessere Abnahmepreise erzielen.
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, blockierten einige der Schweinezüchter am Freitagmorgen mehrere Vertriebszentren und Großlager von nationalen und internationalen Warenhauskonzernen.
Dabei wurden die Lager von Aldi in Erpe-Mere und Izegem, von Colruyt in Halle und von Lidl in Gullegem für rund vier Stunden am frühen Morgen von Traktoren abgesperrt. An der Aktion nahmen mehr als 700 Landwirte teil.

Bei Colruyt konnten Zugeständnisse eingefahren werden. Nach Angaben von Veva-Generalsekretärin Isabelle Degezelle wollen die Einkäufer des belgischen Megadiscounters zu einer Lösung für die Probleme beitragen. Doch alleine könne auch Colruyt nichts ausrichten.

Deshalb wurden Verhandlungen mit allen Mitspielern am belgischen Markt vereinbart. Diese finden kommende Woche beim Groß- und Einzelhandelsverband Fedis statt.

„Die Warenhausketten drücken den Preis“

Die belgischen Schweinezüchter können nicht mehr lange warten, denn viele von ihnen stehen angeblich vor dem Ruin. Sie glauben, dass die Warenhausketten für die niedrigen Preise für Schweinefleisch verantwortlich sind.

Veva, der Verband der Schweinezüchter, meldet in einer Erklärung, die freie Marktwirtschaft werde in einem Maße manipuliert, dass die Preise sinken während die Nachfrage steigt und das Angebot an Fleisch ebenfalls nach oben geht. Kurzfristig sorge dies für niedrige Preise aber langfristig sorge dies für Kilopreise unter den Produktionskosten.