Protestierende Bauern behindern Verkehr

Wallonische Bauern, die mit ihren Traktoren in Brüssel protestieren wollen, verursachen auf dem Weg in die Hauptstadt schwere Verkehrsprobleme. Auch in Brüssel selbst sind Probleme zu erwarten. Die Bauern protestieren gegen die schwachen Milchpreise.
Die Polizei rechnet mit 300 bis 400 Traktoren, die, hauptsächlich aus Namur und dem Henegau über die E411 und die N5 kommend, den Verkehr nach und in Brüssel behindern werden.

Die Bauern haben die Veröffentlichung eines Berichts der EU-Kommission über die niedrigen Milchpreise zum Anlass genommen, um zu protestieren.
Der Inhalt des Berichts ist seit Montag bekannt. Die zuständige EU-Kommissarin Mariann Fischer Boel weigert sich, die Milchquoten zu senken, wie es von den Bauern gefordert wird.

Eine Senkung würde den Preis in die Höhe treiben und ihre Situation verbessern, argumentieren die Bauern.

"Eine Quotensenkung wird lediglich zur Verunsicherung beitragen, den Reformprozess des Sektors verlangsamen und die Situation der Bauern keineswegs verbessern", reagiert Fischer Boel. Die Bauern sollen weniger produzieren, weil die Nachfrage nach Milch stark zurückgegangen ist, heißt es bei der Brüsseler Behörde.

Seit Ende 2007 ist der Milch- und Butterpreis um ein Drittel gesunken. Die EU-Kommission wird untersuchen, ob eine Reihe von Supermarktketten den Markt nicht aufgrund ihrer Machtposition manipulieren.

Verkehrslage

Die Bauern versammeln sich im Terkamerenbos, südlich von Brüssel und fahren von dort zum Jubelpark über die großen Innenboulevards (Louisalaan, Waterloolaan, Zuidlaan, Lemonnierlaan, Anspachlaan, Rogerplein, Kruidtuinlaan, Regentlaan, Belliardstraat und Nerviërslaan).

In vielen Straßen des Europa-Viertels ist Parken an diesem Mittwoch verboten. Die Straßentunnels an der Reyerslaan und am Jubelpark können eventuell geschlossen werden.