Opel: BAIC ist raus! Antwerpen auch?

Im Bieterwettstreit um die deutsche Automarke Opel ist der chinesische Hersteller BAIC so gut wie ausgeschieden. Der US-Konzern General Motors erklärte in einer Mitteilung, man habe sich darauf verständigen können, nur noch mit Magna und RHJ zu verhandeln. Doch sowohl Magna, als auch RHJ planen wohl die Aufgabe des Standortes Antwerpen.
Am Vortag hatten General Motors und Vertreter der deutschen Bundes- und Landesregierungen in einer mehrstündigen Verhandlungsrunde im Berliner Bundeskanzleramt über die drei eingereichten Vertragsentwürfe zum Einstieg bei Opel debattiert.

Bund und Länder in Deutschland sprachen sich dabei klar für den österreichisch- kanadischen Zulieferer Magna als Käufer für den traditionsreichen Autobauer Opel aus.
General Motors bevorzugt allerdings das Konzept des in Brüssel ansässigen amerikanischen Finanzinvestors RHJ International.

Der Ausstieg von BAIC aus dem Rennen um Opel sorgt in Belgier für leichtes Aufatmen, denn die chinesische Gruppe hatte in seinem Konzept die Schließung des GM-Montagewerks in Antwerpen (Foto) binnen kürzester Frist in Aussicht gestellt. Aber, auch RHJ will Antwerpen dicht lachen.

Flanderns Landesregierung und die Opel-Gewerkschaftler in Antwerpen haben sich für eine Übernahme durch Magne ausgesprochen, denn dies bietet offenbar für den hiesigen Standort die größten Garantien.

Will auch Magna Antwerpen schließen?

Nach einem Bereicht des österreichischen Wirtschaftsmagazins „Format“ plant der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna bei einer Übernahme von Opel größere Einsparmaßnahmen, als bisher bekannt. „Format“ hatte Einblick in einen Magna-Businessplan, der unter dem Titel „Projekt BEAM-Zukunftsplan Opell 2014“ vorsieht, die deutsche Traditionsmarke Opel bis 2011 wieder gewinnbringend zu gestalten.

Doch dies beinhaltet auch die Schließung von Opel in Antwerpen und noch weitere einschneidende Sparmaßnahmen auch an den Standorten Rüsselsheim und Bochum. Dort sollen mehr Arbeitsstellen wegfallen, als bisher geplant und auch Lohnkürzungen werden drastischer ausfallen, als vermutet.

Noch vor kurzem machte Magna vage Äußerungen zu Antwerpen, nach denen der Standort als Subunternehmen der Gruppe Aufträge für Opel verarbeiten solle.