Flandern will wissen, wie es um Opel steht

Flanderns Landeschef Kris Peeters (CD&V) will von der deutschen Bundesregierung wissen, wie es um die Opel-Übernahme durch Magna oder RHJ steht. Er reagiert damit auf Meldungen eines österreichischen Wirtschaftsmagazins, nach dem Opel in Antwerpen geschlossen werden soll.
Das in Österreich erscheinende Wirtschaftsmagazin „Format“ hatte nach Einsicht in das Magna-Opel-Übernahme-Dossier gemeldet, dass auch der von der flämischen Landesregierung bevorzugte kanadisch-österreichische Zulieferunternehmen Magna den General Motors-Standort Antwerpen schließen wolle.
GM und die deutsche Bundesregierung hatten sich diese Woche darauf verständigt, nur noch mit den beiden Unternehmen Magna und RHJ, eine in Brüssel ansässige Investmentgruppe des US-Konzerns Ripplewood, über die Übernahme von Opel zu verhandeln. Von RHJ war bereits bekannt, dass Antwerpen dicht gemacht werden soll.

Doch bei Magna hatte es gegenüber Flandern zumindest vage geheißen, der Standort Antwerpen könne als Subunternehmen für Opel weiterarbeiten. Im GM/Opel-Werk von Antwerpen arbeiten rund 2.400 Beschäftigte an der Montage des Astra-Modells. Aber sowohl für Magna, als auch für RHJ ist der Standort Antwerpen kaum gewinnbringend und soll bei einer Übernahme etwa 2010 oder zumindest beim Auslaufen des Opel Astra-Modells geschlossen werden.

Im Laufe des Freitags erhielt die Landesregierung einige Informationen von Magna und RHJ bezüglich des Standorts Antwerpen. Weder der eine, noch der andere Übernahmekandidat sieht offensichtlich eine wirtschaftliche  Zukunft für das belgische Opel-Werk.

„Antwerpen wirtschaftlich und nicht politisch bewerten!“

Flanderns Ministerpräsident Peeters hatte am Anfang der Gespräche zum Verkauf von Opel durch General Motors angekündigt, den Erhalt des Standortes Antwerpen mit Zuschüssen und günstigen Krediten zu fördern.

Doch nun sieht es so aus, als würde der belgische Opel-Standort so oder so geschlossen. Das will Peeters nicht hinnehmen: „Wir glauben, dass Antwerpen ein gutes Werk ist. Es kann nicht sein, dass Deutschland einige Milliarden auf den Tisch legt, damit dort kein einziges Werk geschlossen wird. Wir sind dann das Opfer einer solchen Politik.“

Am kommenden Montag wird der Ministerpräsident Kontakt zur deutschen Bundesregierung haben. Inzwischen verfasste er auch gemeinsam mit Belgiens Premierminister Herman Van Rompuy (CD&V) ein Schreiben an EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und an den EU-Industriekommissar Günther Verheugen (SPD).

Die Gewerkschaften bei Opel in Antwerpen halten sich noch mit Kommentaren zurück. Hier glaubt man allerdings, dass der eurropäische Gewerkschaftsverband der GM/Opel/Vauxhall-Mitarbeiter die Schließung von Antwerpen oder eines anderen Standorts nicht hinnehmen werde.