Bruyneel: Unparteiisch bleiben war nicht einfach

Zwischen Alberto Contador und Lance Armstrong im gleichen Team war es nicht immer einfach unparteiisch zu bleiben. Der belgische Astana-Manager Johan Bruyneel hat in der französischen Sportzeitung L'Equipe seine Bilanz der diesjährigen Tour de France gezogen.
Johan Bruyneel hat als Manager in diesem Jahr zum neunten Mal in elf Jahren die Frankreich-Rundfahrt gewonnen.
"Vom sportlichen Standpunkt aus betrachtet, war es der einfachste Sieg bei einer Tour de France, denn Alberto Contador war den anderen haushoch überlegen", sagt Bruyneel: "Es war nicht immer einfach, den internen Zusammenhalt im Team zu bewahren. Es ist mir manchmal schwer gefallen, unparteiisch zu bleiben."

"In den Rennen haben wir aber stets die richtige Entscheidung im Interesse des Teams genommen", so Bruyneel: "Wir wollten gewinnen und haben niemals jemanden bevorzugt."

Auf die Frage, ob es ihm nicht lieber gewesen sei, wenn sein Freund Lance Armstrong im Gelben Trikot auf die Champs Elysées gefahren wäre, gab der Astana-Manager zu, dass die Antwort ihm schwer falle.

"Wenn ich ehrlich bin: Nein. Insbesondere weil Lance die Tour mit dieser Konkurrenz nicht gewonnen hätte. Der Beste wird die Tour gewinnen und dass muss man jetzt zugeben", sagt Bruyneel.

"Es stimmt, dass meine Beziehung mit Lance immer intensiver war als die mit Alberto, aber das war nie ein Problem. Auch wenn beide irgendwann die Tour de France gewinnen wollten. Aber Contador war der Beste."

Contador muss seinen eigenen Weg suchen

Dass Contador noch für Bruyneel fährt, hält er für ausgeschlossen: "Es ist logisch, dass Alberto jetzt seinen eigenen Weg sucht."

Bruyneel folgt Armstrong: "Ich weiß nicht, ob er 2010 stärker sein wird", gibt Bruyneel zu bedenken, "er wird einer der Kandidaten für den Endsieg sein, aber kein Favorit. Es wird schwierig sein, um Andy Schleck oder Contador in Zukunft zu schlagen."

"Er hat mich aber in diesem Jahr überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass er diese Leistung erbringen könnte. Lance hat wohl an sich geglaubt. Ich habe es gehofft. Man kann stolz sein, wenn man nach Contador und Schleck Dritter wird."