Belgien: jahrelange Neuverschuldung

In einem Interview mit der Brüsseler Zeitung „Le Soir“ sagte der belgische Regierungschef Herman Van Rompuy, dass seiner Ansicht nach noch die kommenden beiden Legislaturperioden von einer angespannten Haushaltslage gekennzeichnet sein werden.
Van Rompuy rechnet aufgrund der aktuellen Finanzkrise mit mindestens zehn schwierigen Jahren. Ab 2011 werde sich die Finanzlage Belgien nur noch weiter verschlechtern.

Ein großer Teil des Konjunkturdefizits werde sich zu einem strukturellen Defizit entwickeln. Dazu trage in einigen Jahren im Wesentlichen auch die Überalterung der Gesellschaft bei.

Das habe zur Folge, dass es jahrelang Sparzwänge geben werde. „Die Regierungen der letzten fünfzehn Jahre haben das Sparen etwas vernachlässigt“, so Van Rompuy. „Wir werden uns der veränderten Ausgangslage anpassen müssen und das gilt auch für die Bevölkerung.“

Allerdings hält der Premier das Problem nicht für unüberwindbar. In den achtziger Jahren sei die Haushaltslage noch schwieriger gewesen. Damals habe die jährliche Neuverschuldung manchmal bei 15 Prozent gelegen, mehr als das doppelte der jetzigen Ausgangslage.

Auch jetzt werde das Land diese Krise meistern, weil es dazu keine Alternative gebe. Der Weg sei aber lang, warnt der belgische Premier.