Electrabel und E.ON tauschen Kraftwerke

Der größte deutsche Energie-Versorger E.ON steigt in den belgischen Strommarkt ein. Er hat sich mit Electrabel auf den Tausch von Kraftwerken geeinigt. Damit wird E.ON in Belgien auf einen Schlag der drittgrößte Stromproduzent.
E.ON und Electrabel sind auf ihren Märkten in Deutschland und in Belgien omnipräsent.
Damit ist die europäische Kommission schon seit längerem nicht mehr einverstanden. Sie hatte mit milliardenschweren Geldbußen gedroht, wenn die beiden Konzerne sich nicht von Kraftwerkskapazitäten in ihren Ländern trennen. Das soll nun über einen Kraftwerktausch geschehen.

Electrabel, die belgische Tochter des französischen Energiekonzerns Gaz de France - Suez übernimmt unter anderem Steinkohlekraftwerke in Bremen-Farge und im oberbayrischen Zolling sowie Strombezüge aus den Kernkraftwerken Krümmel, Grundremmingen und Unterweser.

E.ON erhält im Gegenzug das Kohle- und Biomasse-Kraftwerk in Langerlo, das Gaskraftwerk Vilvoorde sowie Strombezüge aus Kernkraftwerken mit Lieferpunkten in Belgien und den Niederlanden. Mit einem Marktanteil von 9% wird E.ON auf Anhieb der drittgrößte Stromversorger Belgiens.

EU-Kommission nun zufrieden?

Der Tausch bedarf aber noch der Zustimmung der Kartellbehörden.

Er ist E.ON zufolge Teil der wettbewerbsfördernden Maßnahmen für den deutschen Energiemarkt, zu denen sich der Konzern gegenüber der EU-Kommission 2008 verpflichtet hatte. Insgesamt hat E.ON die Abgabe von rund 5000 Megawatt Kraftwerkskapazität und des Höchstspannungsnetzes in Deutschland zugesagt.

Auch Gas de France (GdF) - Suez kommt mit dem Tausch Forderungen von Wettbewerbshütern nach: Bei ihrem Zusammenschluss 2008 hatten GdF und Suez zugesagt, ihre Kapazitäten in Belgien zu reduzieren.

In Deutschland hatte die Tochter Electrabel im August vergangenen Jahres für knapp 300 Millionen Euro 33 Prozent des Energiegeschäfts der Wuppertaler Stadtwerke gekauft. In Wilhelmshaven will GdF Suez 2012 ein neues Kohlekraftwerk ans Netz bringen.