BNP Paribas - Bonus nach der Krise

Hohe Bonuszahlungen in der Wirtschafts- und Finanzwelt sorgen allenthalben für Ärger. In Belgien regt sich jetzt Unmut über die Tatsache, dass die französische Bankengruppe BNP Paribas, nach der durch den Steuerzahler mitfinanzierten Übernahme der hiesigen Fortis-Bank, Gelder zurücklegt, um damit Bonuszahlungen für die Trader zu zahlen.
Medienberichten zufolge sieht BNP Paribas in diesem Jahr vor, rund 1 Milliarde € an Bonussen auszuzahlen. Diese Summe sei der Halbjahresbilanz der französischen Finanzgruppe zu entnehmen.
Die allgemeine Wirtschafts- und Finanzkrise scheint in der Bankenwelt so langsam überwunden zu sein.

Trotz und alledem wird sowohl in Frankreich selber, als auch in Belgien mit Staunen auf die Meldung reagiert, dass BNP Paribas so hohe Bonusse in der Bilanz vorsieht.

Vor allem in Belgien regt sich Unmut, denn zum einen ist die Übernahme von Fortis durch BNP Paribas auch mit Steuergeldern begünstigt worden und zum anderen hat der belgische Staat 9 % der Aktien von BNP-Paribas/Fortis im Besitz.

Opposition besorgt

Klar, dass die Opposition im belgischen Bundesparlament dazu einige Fragen hat. Sowohl bei der flämischen sozialistischen SP.A, als auch bei Flanderns Nationaldemokraten N-VA kommt Unmut auf.

Die beiden Parteien aus dem belgischen Bundesland Flandern fragen sich, wie die staatlichen Vertreter aus unserem Land in Verwaltungsrat und Vorstand der Bankengruppe dies haben durchgehen lassen können.

„Man sollte sich fragen, ob fette Bonusse zu diesem Zeitpunkt das richtige Signal sind“, bemerkt der SP.A-Abgeordnete Bruno Tuybens gegenüber der Tageszeitung „De Morgen“.