Rembrandt in Antwerpen wiederentdeckt

Am Mittwoch hat der renommierte Rembrandt-Experte und Initiator des Rembrandt Research Projekts, Prof. Ernst van der Wetering, bestätigt, dass das „Porträt des Eleazar Swalmius’ des Antwerpener Kunstmuseums ein echter Rembrandt ist.
Damit wird eine jahrhundertlange Debatte über die Echtheit des Gemäldes abgeschlossen und ist Belgien einen sehr schönen Rembrandt van Rijn (1606-1669) reicher.
Eleazar Swalmius (1582-1652, Foto) war ein Predikant der strengen reformierten Kirche der Niederlande. Wahrscheinlich hat Rembrandt auch seine Frau und seine Tochter porträtiert, aber von diesen Gemälden fehlt jede Spur.

Das Antwerpener Kunstmuseum (KMSMK, Koninklijk Museum voor Schone Kunsten oder Königliches Museum für Schöne Künste) erstand das Meisterwerk von Rembrandt 1886. Im 18., 19. und 20. Jahrhundert war immer wieder bezweifelt worden, dass es sich tatsächlich um einen echten Rembrandt handelte.

Dabei hatte der niederländische Malermeister das Kunstwerk signiert (Rembrandt. F. 1637), aber wegen der Zweifel an der Echtheit geriet das Porträt jahrzehntelang in Vergessenheit, weil es wegen Platzmangel ins Museumslager abgeschoben werden musste.

Vor einigen Jahren wurde mit der Restaurierung begonnen. Entfernt werden musste eine dicke vergilbte Firnisschicht. Diese erschwerte es, die Nuancen der schwarzen Kleidung des Predikanten und die unterschiedlichen rosa Farbtöne der gut durchbluteten Gesichtshaut noch zu unterscheiden.

Das, was unter der schmutzigen Firnis zum Vorschein kam, eröffnete die Debatte um die Zuschreibung des Gemäldes an Rembrandt erneute. Das Antwerpener Museum lud deshalb den international renommierten Rembrandt-Experten Prof. Em. Ernst van de Wetering ein, das Kunstwerk erneut zu prüfen und seine Schlussfolgerung war: es handelt sich definitiv um ein authentischen Rembrandt-Gemälde.
Damit gibt es jetzt in Belgien zwei Gemälde des altniederländischen Meisters. Eines in Brüssel und das andere in Antwerpen, das noch bis 30. September im Saal E des KMSMK zu sehen ist.