Spätere Pubertät in Hafennähe

Jugendliche Anwohner des Antwerpener Hafens entwickeln ihre sekundären Geschlechtsmerkmale langsamer als ihre Altersgenossen im Rest des Landes. Das belegt eine Studie der Universität von Brüssel.

Die Uni untersuchte im Rahmen einer Studie über Umwelteinflüsse auf die Gesundheit 1.679 Jugendliche in 42 Schulen in 9 verschiedenen Regionen Flanderns.

Dabei stellten die Forscher fest, dass Jugendliche, die in der Umgebung des Antwerpener Hafens wohnen, später pubertieren. Bei ihnen reifen die sekundären Geschlechtsmerkmale später aus als bei Gleichaltrigen in anderen Regionen.

Schuld sind hieran die hohen Blei- und Cadmiumkonzentrationen im Blut. Diese Stoffe bremsen die körperliche Entwicklung.

"Ältere Studien belegten bereits, dass es einen solchen Zusammenhang bei Mädchen gibt. Auch steht schon fest, dass Cadmium das Wachstum von Jungens beeinflusst“, so die VUB.

Die Entwicklung ist nicht bleibend, es handelt sich nur um eine Verzögerung der Pubertät. Untersucht wurden Jugendlichen in den Hafenanrainergemeinden Berendrecht, Zandvliet, Lillo, Stabroek, Beveren und Zwijndrecht.