Vergütungen für lebende Organspender?

Durch Entschädigung bei Organspende sollen mehr Menschen in Belgien dazu ermutigt werden, sich offiziell als Organspender registrieren zu lassen. Lebende Organspender haben manchmal sogar finanzielle Nachteile durch ihre „gute Tat“. Dies soll in Zukunft nicht mehr so sein.
An Spenderorganen fehlt es in Belgien eigentlich nicht, doch die allermeisten von ihnen kommen von verstorbenen Organspendern - in erster Linie von Verkehrsopfern.
Das Spenden von Organen von lebenden Personen geschieht in Belgien eigentlich nur innerhalb der Familien. In anderen Ländern geschieht es eigentlich immer häufiger, dass Organe auch außerhalb des Familienkreises von lebenden Spendern zur Verfügung gestellt werden, um anderen das Überleben zu sichern.

Die belgische Regierung will dies auch im eigenen Land erreichen. In Behördenkreisen geht man davon aus, dass vor allem die Unkosten und andere verwaltungsbedingte Unannehmlichkeiten ein Hindernis für lebende Organspender sind. Deshalb denkt man jetzt über Unkostenvergütungen nach.

Urlaub durch Arbeitsunfähigkeit

Ganz konkret liegt wohl ein Problem vor: Organspender müssen für die Dauer eines chirurgischen Eingriffs und des dadurch erforderlichen Krankenhausaufenthalts bei ihrem Arbeitgeber um Urlaub bitten. Dies soll anders werden und solche Krankenzeiten sollen auf Ebene eines Lohn- oder Gehaltsverlustes erstattet werden.

Wohl aber wollen Regierung und Gesundheitsbehörden vermeiden, dass es durch entsprechende Maßnahmen zu einer Art Organhandel in Belgien kommt. Das belgische Gesetz verbietet schon jetzt eine Gewinnerzielung beim Organspenden.