Radikale Flamen fordern Unabhängigkeit

3.000 Flamen sind am Sonntagmorgen bei der "Ijzerwake" bei Iepern zusammengekommen. Für die radikale Autonomiebewegung ist die "Ijzerwake" die Alternative zur "Ijzerbedevaart", die ihnen als zu kompromissbereit gilt.
Traditionell fordern die radikalen Autonomisten bei dieser Veranstaltung, dass Flandern einseitig seine Unabhängigkeit ausruft.

Sie lehnen das Zusammenleben von Wallonen und Flamen im belgischen Staat ab.

Die Strategie der flämischen Nationalisten der N-VA, die seit den Parlamentswahlen vom Juni in der Bundesregierung vertreten sind, betrachten die Radikalen als ineffizient. Die N-VA setze auf eine Zermürbungsstrategie, bei der die Französischsprachigen aus Geldnot eine Staatsreform akzeptieren würden.

Der Vorsitzende Wim De Wit rief die anderen flämischen Parteien auf, gemeinsam die Unabhängigkeit zu fordern.

"Ijzerwake" versus eIjzerbedevaart"

Die "Ijzerwake" wird bei Iepern, am Monument der Gebrüder Van Raemdonck gehalten - zwei Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gemeinsam fielen.
Ihre sterblichen Überreste wurden damals nicht bestattet, weil die französischsprachigen Generäle fanden, dass es doch "nur" Flamen seien.

2003 spaltete sich der radikale Flügel von der "Ijzerbedevaart" ab und nannte sich fortan "Ijzerwake". Die abtrünnigen Nationalisten waren gegen den Kurs des "Ijzerbedevaart"-Komittees, das die Gedenkfeier für das breite Publikum öffnen wollte.

Die "Ijzerbedevaart" - eine Pilgerfahrt an das Mahnmal des gefallenen Soldaten in Diksmuide - wird seit 1920, mit Ausnahme der Kriegsjahre von 1940-45, am letzten Augustsonntag gehalten.

Die 82. "Ijzerbedevaart" findet am 30. August unter dem Thema "Flandern ist für alle" statt.