Geschrumpfte Fortis macht Gewinn

Fortis, das einst zu den größten Finanzkonzernen Europas gehörende Unternehmen musste Anfang Oktober mit mehreren dramatischen Hilfsaktion vom belgischen und niederländischen Staat gerettet werden. Im ersten Halbjahr wurden Gewinne verbucht.
Der in der Finanzkrise zusammengebrochene und in der Folge filetierte belgisch- niederländische Finanzkonzern Fortis-Holding hat in den ersten sechs Monaten deutlich weniger verdient als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Das belgische Bankgeschäft musste in den vergangenen Monaten aufgrund der Krise größtenteils an die französische Großbank BNP Paribas verkauft werden. Das niederländische Bank- und Versicherungsgeschäft wurde gemeinsam mit der ABN Amro-Tochter von der niederländischen Regierung verstaatlicht.

Der Gewinn in der Versicherungssparte - dem einzigen verbliebenen operativ tätigen Segment des Konzerns in Belgien - sei um 29 Prozent auf 228 Millionen Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Im zweiten Halbjahr 2008 hatte die Sparte allerdings noch in den roten Zahlen gesteckt. Dank eines Spartenverkaufs verdiente der Fortis-Holding unter dem Strich im ersten Halbjahr 886 Millionen Euro.

Inklusive der abgespaltenen Sparten hatte Fortis in der ersten Jahreshälfte 2008 noch rund 1,6 Milliarden Euro verdient.

Zufrieden

„Ich kann zufrieden feststellen, dass unsere Versicherungsaktivitäten trotz der schwierigen Marktsituation gut abgeschnitten haben“, sagte der neue Fortis-CEO Bart De Smet.

Derzeit besteht Fortis-Holding noch aus dem belgischen und internationalen Versicherungsgeschäft. Gemessen am Kapitalzufluss sieht sich Fortis als Nummer eins in Belgien und europaweit unter den größten 20.

Das Unternehmen, das seit dem 1. Juli von Bard De Smet geführt wird, will am 25. September Pläne für die Zukunft vorlegen. De Smet will vor allem die Firmenstruktur entflechten und das Kapitalmanagement verbessern.