Das neue Schuljahr beginnt

Die diesjährigen Sommerferien sind in Belgien zu Ende. In Flandern müssen ab heute mehr als eine Million Kinder und Jugendliche wieder die Schulbank drücken. Sie werden von 150.000 Lehrkräften unterrichtet.
Das neue Schuljahr bringt kaum Veränderungen. Neu ist dieses Jahr, dass das letzte Kindergartenjahr jetzt Pflicht ist, wenn die Kinder nächstes Schuljahr in einer niederländischsprachigen Schule eingeschult werden sollen. Mit dieser Maßnahme soll sicher gestellt werden, dass die Kinder die niederländische Sprache beherrschen, wenn sie ins erste Schuljahr kommen.

Neu ist auch, dass Rentner und Fachkräfte ohne Lehrerausbildung unproblematischer von den Schulleitungen als Lehrer eingestellt werden können.

In Flandern gibt es auch einen neuen Bildungsminister. Der Sozialdemokrat Pascal Smet löste seinen Parteifreund Frank Vandenbroucke ab und muss vor allem Reformen umsetzen, die sein Vorgänger angestoßen hatte.

Besonders in der Mittelschulausbildung soll sich in den kommenden Jahren viel tun. Problematisch ist weiterhin, dass es zu wenig Lehrernachwuchs gibt, und das Kinder aus sozial schwächeren Schichten noch immer geringere Chancen auf einen vollwertigen Schulabschluss haben.

Schulbeginn auch im Rest Belgiens

Auch in Brüssel, der Wallonie und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens beginnt heute erneut die Schule.

Problematisch ist im französischsprachigen Belgien, dass noch immer hunderte Primarschulabsolventen keine Mittelschule haben, weil in ihren Wahlschulen kein Platz mehr ist. Vor allem im Großraum Brüssel haben einige Schulen einen besseren Ruf als andere, aber reichen die Kapazitäten in den Klassen nicht aus.

Die betroffenen Kinder werden in den ersten Tagen in Internaten in Brüssel und in Wallonisch-Brabant untergebracht.

Die französischsprachige Kinderrechtebeauftragte warnt auch vor übervollen Kindergarten- und Primarschulklassen in Brüssel. In Brüssel stiegen in den vergangenen Jahren die Geburtenzahlen erheblich und hier müssen auch viele Kleinkinder von Asylbewerbern eingeschult werden.