Protest gegen Kopftuchverbot wird verbissener

Weil die Jugendlichen gegen das von der Gemeinde verhängte Protestverbot verstoßen hatten, nahm die Polizei sie am Montagmorgen fest. Seitdem die Schule das Tragen des Kopftuches für Mädchen verboten hat, wird der Protest stets verbissener.
Der Verein der "Actief Linkse Scholieren" hatte Flugblätter vor dem Athenäum verteilt, in dem die Schülerinnen aufgefordert wurden, das Kopftuchverbot nicht einzuhalten.
Am Freitag hatte der Antwerpener Bürgermeister Patrick Janssens (SP.A) ein Protestverbot erlassen.

"Die Polizei hat 8 Jugendliche mitgenommen. Eine weitere Person wurde verhaftet, weil sie bereits in der vergangenen Woche versucht hatte, die Jugendlichen aufzuwiegeln", sagte Polizeisprecher Sven Lommaert.

Die Anwesenheit der Polizei wirkte auch abschreckend auf eine Gruppe von muslimischen Frauen, die protestieren wollten.

Im Laufe des Vormittags blieb alles ruhig.

Vandalen brechen im Athenäum ein

In der Nacht von Sonntag auf Montag sind Vandalen im Athenäum eingebrochen und haben Schaden angerichtet.

Sie warfen neue Schulbücher aus dem Fenster und beschädigten die Internet-Infrastruktur. Mit gelber Farbe wurde "Kein Kopftuch, keine Schule" auf der Schulpforte gesprüht. Im Sekretariat wurden alle Schubläden ausgeräumt.
Die Schulleiterin vermutet, dass die Vandalen einer Gruppe angehören, die seit Beginn des neuen Schuljahres gegen das Kopftuchverbot protestieren.

Die Antwerpener Sekundarschule ist eine der letzten Schulen in der Hafenstadt, in der ein Kopftuchverbot eingeführt wurde. Die Schulleitung ergriff diese Maßnahme nach dem der Druck auf Schülerinnen, die kein Kopftuch tragen, zuletzt immer größer geworden war.

Seitdem bilden sich regelmäßig Gruppen, die vor der Schule lautstark protestieren und nicht davor zurückschrecken, Schülerinnen einzuschüchtern oder die Schulleiterin zu bedrohen.