„Abwarten, mehr können wir nicht sagen“

Die Direktion des Antwerpener Opel-Montagewerks gibt zu jedem Schichtanfang der Belegschaft jeweils die nötigen Informationen zu der drohenden Schließung des Standorts. Die Opelaner in der Scheldemetropole reagieren eher gelassen auf die Nachricht, die sie insgeheim längst erwarteten.
Am Donnerstag wurde bekannt, dass General Motors die deutsche Automarke Opel an den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna und dessen Partner Sberbank und GAZ aus Russland.
Am Rande einer in diesem Zusammenhang stattfindenden Pressekonferenz in Berlin bemerkte GM-Vize John Smiths eher nebenbei: „Opel Antwerpen wird schrittweise geschlossen.“

Damit war in Belgien klar, was eigentlich schon lange jeder wusste: Opel Antwerpen wird dicht gemacht. Nicht zuletzt ließ ein nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmtes Konzeptpapier von Magna, das am 17. Juni an die Presse gelangte, die Schließung des Standorts ohnehin erwarten.

So sind die Reaktionen der Arbeitnehmer an der Antwerpener Noorderlaan auch eher verhalten, wenn auch verärgert.

Gelassene Enttäuschung

„Abwarten, mehr können wir noch nicht sagen.“, meinte ein Arbeiter vor den Werkstoren am Freitagmorgen. Die meisten sind längst davon überzeugt, dass das Werk bald dicht gemacht wird: „Das habe ich schon lange im Hinterkopf“, sagt ein Kollege, der anfügt: „Auf diese Weise habe ich meine Enttäuschung schon verarbeitet.“

Die meisten Arbeitnehmer hoffen nur noch auf einen vernünftigen Sozialplan und auf entsprechende Entlassungsbedingungen. „Das ist alles: Noch eine schöne Prämie, die Bude schließen und dann sehen wir weiter!“, so ein gefasster Opelaner am Donnerstagabend.

Die Gewerkschaften wollen kämpfen

Die Arbeitnehmervertreter wollen allerdings mehr als nur gute Prämien für ihre Kollegen herausholen.

Der Kampfeswillen, um die Antwerpener Opelfabrik offen zu lassen, ist groß.

„Magna wird mit uns am Verhandlungstisch sitzen und erst dann werden Beschlüsse gefasst“, so der sozialistische Gewerkschaftler Rudi Kennes (ABVV), der auch Mitglied im europäischen Opel-Gesamtbetriebsrat ist.

„Ich sage Nein zu einer Werksschließung mit erzwungenen Entlassungen. Da bleiben wir bei!“, so Kennes abschließend.