Holding-Manager wegen Insiderwissen verhaftet

Ein Brüsseler Ermittlungsrichter hat den Vorstandsvorsitzenden der Finanz- und Industrieholding Bois Sauvage in Untersuchungshaft nehmen lassen. Vincent Doumier wird vorgeworfen, im Zuge der Krise um die belgische Fortisbank Aktien mit Insiderwissen verkauft zu haben.
Nach Angaben der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd nahm die Brüsseler Börse "Euronext" die Bois Sauvage-Papiere vorerst aus dem Handel.

Die Justiz wirft Holding-Toppmann Doumier Urkundenfälschung und Handel mit Insiderwissen vor.
Zwei weitere Vorstandsmitglieder der Holdung wurden in diesem Zusammenhang verhört.

Das Gericht verfügt nach eigenen Angaben über Hinweise darauf, dass Bois Sauvage 3,6 Millionen Aktien der Fortis Finanzgruppe mit Vorwissen verkaufte.

Der Aktienverkauf sei ohne gründliche Analyse am 3. Oktober 2008 durchgeführt wurde - nur Stunden vor dem so genannten „zweiten Rettungswochenende“ der damaligen Regierung Leterme für Fortis. Damals wurden Teile von Fortis an de französische Bank BNP Paribas veräußert.

Bois Sauvage

Bois Sauvage gehört zur belgischen Hochfinanz. Die Holding besitzt Anteile mehrerer Banken und Finanzgruppen, wie Bank Degroof, Berenberg Bank oder früher Fortis, aber auch Aktien von Industrie-Gruppen, wie Neuhaus, Recticel, Ter Beke, Umicore, Tessenderlo oder Cofinimmo.