Kopftuchverbot in flämischen Schulen

Die Schulen des Unterrichtswesens im belgischen Bundesland Flandern verlangen von ihrem Dachverband die Einführung eines allgemeinen Kopftuchverbots in den eigenen Schulen. Damit beugen sie einem erwarteten Urteil des belgischen Verfassungsgerichts vor, dass ein individuelles Kopftuchverbot in den einzelnen Schulen in Frage stellt.
Am Dienstag will der Staatsrat, das belgische Verfassdungsgericht, ein Urteil verkünden, das ein individuelles Kopftuchverbot in einzelnen Schulen des Landesbildungswesens untersagt.
Um weiteren Problemen, wie dem heftigen und anhaltenden Problemen an jenen Schulen, die das Tragen eines Kopftuchs durch moslemische Mädchen schon jetzt untersagen, vorzubeugen, verlangen jetzt alle Schulen von Schulträger der so genannten „Gemeinschaftsschulen“, dem Land Flandern, ein allgemeines Kopftuchverbot.

Nur ein globaler Standpunkt auf flämischer Landesebene ist juristisch haltbar. Einige in Flandern zur Schule gehende Mädchen moslemischen Glaubens hatten juristisch gegen das Kopftuchverbot an ihren Schulen bis zum Staatsrat geklagt.

Bisher sind Kopftücher in rund einem Drittel der knapp 700 flämischen Gemeinschaftsschulen untersagt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sich auch das freie Schulsystem in Flandern einem solchen Schritt anschließen wird.