Opel: Medienecho in Deutschland

Der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und die russische Sberbank erhalten den Zuschlag für Opel. Alle vier deutschen Standorte will das Konsortium erhalten. Das Werk in der flämischen Hafenstadt Antwerpen soll geschlossen werden.
"Der vereinbarte Verkauf des Autobauers Opel an den Zulieferer Magna und russische Investoren führt in Belgien zu Unruhe und Verärgerung", schreibt die deutsche Nachrichtenagentur DPA.

"Der liberale Finanzminister und Vize-Premierminister Didier Reynders sagte am Freitag, es sollte auf europäischer Ebene eine Untersuchung über möglichen Protektionismus in Deutschland geben. Arbeitsministerin Joëlle Milquet beklagte, dass es bei der Opel-Krise an europäischem Zusammenhalt mangele. «Alle Werke von Opelmüssen weitergeführt werden», sagte sie. Der Bürgermeister von Antwerpen, Patrick Janssens, verlangte, dass so schnell wie möglich Klarheit geschaffen wird über die Zukunft des Autowerks in seiner Stadt."

"Belgier werfen Deutschland Protektionismus vor"

"Der bevorstehende Opel-Verkauf provoziert in Belgien Unruhe und Verärgerung: Arbeitsministerin Milquet beklagt mangelnden europäischen Zusammenhalt bei den Verhandlungen - und Vize-Premierminister Didier Reynders fordert gar eine EU-Untersuchung über möglichen Protektionismus in Deutschland", schreibt Spiegel online.

"Magna-Deal schockt Belgien"

"Die mögliche Schliessung des Opelwerks in Antwerpen verunsichert Regierungen und Gewerkschaften in Belgien. Sie wollten so bald wie möglich mit der Magna-Gruppe sprechen", schreibt 20minuten online.


"Die Regionalregierung von Flandern erklärte, sie sei weiter bereit, 300 Millionen Euro in die Erneuerung der Fabrik zu investieren, für weitere 200 Millionen Euro könne die Fabrik gekauft und wieder zurückvermietet werden. Diese Zusagen seien weiter gültig, aber natürlich nur, wenn es eine Zukunft für Antwerpen gebe, erklärte der flämische Ministerpräsident Kris Peeters. Auch Gewerkschaftsvertreter äusserten die Hoffnung, dass in Verhandlungen noch etwas erreicht werden könne."

"Aus für Werk in Antwerpen"

"Hart trifft es hingegen die belgische Stadt Antwerpen, wo das dortige Werk vor der Schließung steht. Betroffen wären rund 2.200 Mitarbeiter (2007 mussten bereits 1.400 Beschäftigte gehen). Die belgische Regionalregierung will das Werk durch Förderungen retten", ist in der östereichischen Zeitung Der Standard zu lesen.

Ist Opel wirklich gerettet?

"Selbst wenn sich GM, Magna und die Opelaner auf Bedingungen für den Verkauf einigen, mit denen alle leben können: Die Überlebensfähigkeit von "New Opel" unter dem kanadisch-österreichischen Zulieferer, dem russischen Autobauer Gaz und der Sberbank ist noch lange nicht gesichert. Einen sonderlich starken operativen Partner, wie Opel ihn eigentlich braucht, stellen weder Gaz noch Magna dar. Und die weitreichenden Zusicherungen zum Erhalt von Arbeitsplätzen und Werken könnten eine nötige Sanierung in dieser Konstellation besonders schwierig machen", kommentiert Financial Times Deutschland.