EU-Delegation in Zimbabwe

Zum ersten Mal seit sieben Jahren konnte eine hochrangige Delegation aus der Europäischen Union in die afrikanische Diktatur Zimbabwe reisen. Die europäischen Vertreter unter der Leitung des belgischen EU-Entwicklungshilfe-Kommissars Karel De Gucht und auch Zimbabwes umstrittener Präsident Robert Mugabe bezeichneten die Gespräche als zufriedenstellend.
Nach den fragwürdigen Präsidentschaftswahlen von 2002 wurden dem Regime in Harare Sanktionen von Seiten der Europäischen Union auferlegt. Präsident Mugabe erhofft sich von dem Besuch der EU-Delegation offenbar die Aufgabe dieser Sanktionen.
Deshalb hatte er seine Gäste um den ehemaligen belgischen Außenminister und heutigen EU-Entwicklungshilfekommissar Karel De Gucht auch mit offenen Armen empfangen. Noch am Freitag hatte Robert Mugabe allerdings mit heftigen Schimpftiraden gegen Europa und die Weißen aufgetrumpft.

Die Europäer hatten in erster Linie auf Fortschritte im so genannten „Global Political Agreement“ angedrungen; ein Friedensabkommen nach den vergangenen und ebenfalls umstrittenen Wahlen, durch das sich Robert Mugabe als Präsident und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai als Regierungschef die Macht im Lande teilen.

Afrikas einstige Kornkammer

Zimbabwe galt einst als die „Kornkammer Afrikas“ , doch die jahrzehntelange Misswirtschaft des Mugabe-Regimes haben das Land an den Rand des Ruins gedrängt.

Trotz „konstruktiver Atmosphäre“ kritisiert die EU weiterhin die mangelnde Demokratie in Zimbabwe. Karel De Gucht und die schwedische EU-Ratspräsidentschaft wollen die wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Land vorläufig noch nicht aufheben.