Opel Antwerpen – Schließung unrechtmäßig?

Verschiedenen Medienberichten zufolge sollen bei Opel Deutschland nach der Übernahme durch Magna mehr Arbeitsplätze wegfallen als bislang bekannt. Zudem meldet "Der Spiegel", dass die Schließung des Opel-Werks in Antwerpen gegen europäisches Recht verstößt.
Das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" schrieb am Samstag auf seiner Webseite, dass Magna neben den etwa 3.000 Jobs in der Produktion an den deutschen Opel-Standorten auch mehr als 1.000 Stellen bei den Angestellten in der Verwaltung streichen will.
Zudem berichtet das Magazin über Bedenken der EU-Wettbewerbskommission zu den Vorgängen der Übernahme, die von der deutschen Bundesregierung begleitet und finanziell versüßt wurden.

Aus Unterlagen der der Traditions-Automarke gehe hervor, dass das Opel-Werk im flämischen Antwerpen wesentlich wirtschaftlicher arbeite als zum Beispiel die Fabrik im nordrhein-westfälischen Bochum.

Damit verstößt es gegen geltendes EU-Recht, wenn Antwerpen anstelle von Bochum geschlossen würde, so „Der Spiegel“. Die Europäische Union verbietet im Zuge von Umstrukturierungen und Sanierungen das Dichtmachen von rentablen Werken zu Gunsten von solchen, die weniger effektiv wirtschaften.

Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) verlangt, dass alle Berichte und Unterlagen, die beweisen können, dass Antwerpen rentabler ist als Opel-Werke in Deutschland, veröffentlicht werden. Peeters reagierte am Sonntag im Antwerpener Regionalsender ATV auf entsprechende "Spiegel"-Medienberichte.

„Antwerpen muss offen bleiben!“

Klaus Frantz, Vorsitzender des gesamt-europäischen Betriebsrats der Opel-Gruppe, will, dass der Standort Opel nicht geschlossen wird. Nach Ansicht der Gewerkschaften ist es ohnehin möglich, alle Opel-Standorte offen zu halten. Opel produziert Autos in Deutschland, Belgien, Spanien, England und Polen.

Am 23. September trifft sich der europäische Betriebsrat von Opel zu Beratungen zum Thema Opel-Verkauf an Magna. Auch dabei will Klaus Frantz unterstreichen, dass es möglich sein müsse, alle Standorte in Betrieb zu lassen. Zudem kommt es nächste Woche zu einer Dringlichkeitssitzung zum Thema Opel im Europaparlament.