Ex-Unternehmerchef verhaftet

Luc Vansteenkiste, der frühere Vorsitzende des belgischen Unternehmerverbandes VBO, ist wegen der Nutzung von Insiderwissen an der Börse verhaftet worden. Damit wurde bereits zum zweiten Mal ein führender Manager in der Akte um den Verkauf der Fortis-Bank in Untersuchungshaft genommen.

Genau wie bei der Verhaftung des Bois Sauvage- Holdingmanagers Vincent Doumier vor einigen Tagen geht es auch dieses Mal um die verbotene Nutzung von Insider- bzw. Vorwissen an der Börse im Fall der Fortis-Bank. Beim Verkauf der Fortis-Aktien der belgischen Bundesregierung an die französische Finanzgruppe BNP Paribas vor rund einem Jahr saß Luc Vansteenkiste sowohl im Vorstand der Bank selber, als auch im Führungsgremium der Brüsseler Industrieholding Bois Sauvage.

Die Holding hatte nur wenige Stunden vor Bekanntwerden des Deals zwischen Fortis und der belgischen Regierung auf der einen und BNP Paribas auf der anderen Seite 3,6 Millionen Fortis-Aktien verkauft. Nur einen Tag später verlor Fortis am internationalen Börsenparkett erheblich an Wert. Die Justiz fand heraus, dass Vansteenkiste eine wichtige Rolle im Weitergeben von vertraulichen Informationen im vorliegenden Fall gespielt haben kann und legte Beweise vor, die jetzt zur Untersuchungshaft führten.

Der heutige CEO des Autozulieferers Recitel und ehemalige belgische Manager des Jahres gilt als ein integerer Mann, was ihm auch andere Spitzenmanager - gerade im Fall "Fortisgate" - nachsagen. Doch verdichten sich offenbar die Belege dafür, dass Vansteenkiste mehrere Male in Sachen Fortis-Verkauf illegal Informationen weitergab, wie mehrere Medien am Mittwoch melden.