Fuß gegen drohende Räumung einbetoniert

Ein Hausbesetzer hat sich strategisch günstig vor dem Eingang eines besetzten Hauses am Brüsseler Vlaamse Steenweg niedergelassen. Sein rechter Fuß ist im Boden einzementiert. Damit will er gegen die Räumung des Hauses protestieren, denn der Besitzer des Gebäudes, das Sozialamt Brüssel, will Wohnungen und ein Geschäft dort einrichten.
Nach einem Richterspruch muss er raus und ein Gerichtsvollzieher wurde bereits vorstellig. Jeroen Peeters hat das Gebäude in anderthalb Jahren renoviert und eine Kunstgalerie mit Begegnungsstätte dort eingerichtet. Hier wohnen auch zwei ehemalige Obdachlose.

Das Sozialamt habe das jahrelang Haus verfallen lassen, sagen Jeroen und seine beiden Mitbewohner. Auf der obersten Etage ist der Verfall noch sichtbar, hier hausten früher Ratten und Tauben.

Jetzt will das Brüsseler Sozialamt am lukrativen Vlaamse Steenweg nahe Stadtzentrums und unweit der Börse einen Laden und Wohnungen dort einrichten. Jeroen könnte eine andere Wohnung beziehen, denn das Sozialamt seiner Stadt bietet ihm dies an. Doch das lehnt er ab nicht, weil er unbedingt in dem Haus bleiben will, sondern weil das, was er dort geschaffen hat, nicht zerstört wird.

Vorläufig wird ihm nichts passieren, doch bald wird der Gerichtsvollzieher wieder vorstellig werden, denn „aufgehoben ist nicht aufgeschoben“, so ein Sprecher des Brüsseler Sozialamtes.