Weiter dunkle Wolken über Opel Antwerpen

Am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim haben am Montag die Verhandlungen über die Folgen der Übernahme der Marke für das Personal begonnen. Dazu trafen sich Vertreter des europäischen Opel-Gesamtbetriebsrats, Gewerkschaftler und das Management des Autobauers. Für den Standort Antwerpen innerhalb der Gruppe sieht es weiter schlecht aus.

Carl Peter Forster (Foto), der Europachef von General Motors – Noch-Inhaber von Opel, sagte am Rande des Treffens, dass die Zukunftschancen für den Standort Antwerpen eher schlecht aussehen.

Der europäische Opel-Gesamtbetriebsrat ist jedenfalls mit der Schließung des Werks nicht einverstanden.

Die Gewerkschaften sind der Ansicht, dass Antwerpen nicht geschlossen werden darf und nehmen die dahingehenden Pläne von GM, Opel und Magna nicht an.

Forster widerlegte am Montag in Rüsselsheim auch die Annahme der belgischen Bundes- und der flämischen Landesregierung, nach denen Antwerpen effizienter arbeite, als zum Beispiel das Werk in Bochum. „Nach unseren Berechnungen stimmt dies nicht.“, so Forster.

Das bedeutet, dass die belgische Argumentation, dass laut EU-Regelwerk ein gewinnbringender Standort eines Konzerns nicht zu Gunsten eines verlustreichen Werks geschlossen werden darf, in Frage gestellt wird.

Großdemo in Antwerpen am Mittwoch

Die europäischen Gewerkschaften werden am Mittwoch eine große Protestaktion gegen die drohende Schließung von Opel in Antwerpen abhalten. Dabei wollen Opelaner aus ganz Europa und Vauxhall-Mitarbeiter aus England ihren belgischen Kollegen ihre Solidarität bezeugen.

Peter Scherrer, der deutsche Generalsekretär des europäischen Metallerbundes, sagte gegenüber der flämischen Tageszeitung „De Morgen“, dass nur die Gewerkschaften Opel in Antwerpen retten könnten: „Europa hat die Macht dazu nicht“, so der streitbare Gewerkschaftler.

Sein Kollege Klaus Franz, der Vorsitzende des europäischen Opel-Gesamtbetriebsrats, machte bereits am Montag in Rüsselsheim deutlich, dass die Arbeitnehmer der Gruppe die Reform- und Rationalisierungspläne von Magna, dem Übernahmekandidaten für den deutschen Autobauer, nicht annehmen werden.