Solidaritätsdemo bei Opel in Antwerpen

Deutsche, spanische, polnische und britische Opelaner reisten am Mittwoch zur Unterstützung ihrer belgischen Kollegen nach Antwerpen. Dort protestieren sie gegen die drohende Schließung des dortigen Werks, das einzige, dass innerhalb der gesamten Gruppe stillgelegt werden soll.

Bei der Kundgebung sind mehrere Tausend Teilnehmer nach Antwerpen gekommen. Aus Deutschland reisten zehn Busse mit etwa 1.000 Opel-Mitarbeitern an. Der Protest richtet sich gegen den designierten Opel-Eigner Magna.

Der österreichisch-kanadische Autozulieferer will europaweit bis zu 11 000 Stellen streichen und das Werk in Antwerpen soll in etwa zwei Jahren, wenn das dort montierte Astra-Modell ausläuft, ganz geschlossen werden.

Doch dagegen verwehren sich der europäische Gewerkschaftsbund, die belgischen Metaller und Opel-Mitarbeiter aller Niederlassungen der deutschen Traditionsmarke in der EU.

Große Solidarität!

Neben Opelanern auch ganz Europa bezeugten den von der Stilllegung bedrohten Antwerpener Mitarbeitern von Opel auch Vertreter des Brüsseler Audi-Werks ihre Solidarität.

Als das damalige VW-Werk in Brüssel-Vorst aufgegeben werden sollte, waren alle belgischen Kollegen aus den Automontagewerken des Landes zur Unterstützung in die Hauptstadt gekommen. Auch viele deutsche Kollegen zeigten seiner Zeit Solidarität.

Das das heutige Audi-Werk überhaupt besteht, so ein Gewerkschaftsvertreter von dort, sei auch auf die Unterstützung der Gewerkschaften aus Deutschland zurückzuführen.

"Stellenabbau bei Opel unvermeidlich"

EU-Industriekommissar Günther Verheugen hat gegenüber dem ZDF gesagt, dass ein Stellenabbau bei Opel in ganz Europa unvermeidlich sei.

Nach seinen Angaben werde die Europäische Union nicht akzeptieren, dass einige EU-Mitgliedsstaaten über staatliche Zuschüsse - also über Steuergelder - Arbeitsplätze im eigenen Land retten wollen.

Damit werde die freie Marktwirtschaft und das Konkurrenzverhalten untergraben und Arbeitslosigkeit lediglich in andere Länder abgeschoben, so Verheugen weiter.

Flanderns Landeschef Chris Peeters (CD&V) hatte die Frage der staatlichen Hilfen in Deutschland für die Opel-Standorte im eigenen Land vor einigen Tagen mit EU-Kommissar Verheugen (Foto) in Brüssel besprochen. Dieser hatte schon seiner Zeit versprochen, dieses Thema im Auge zu behalten.

Deutschland Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) steht den staatlichen Hilfen für Opel ebenfalls zurückhaltend gegenüber. Seine Partei, die bayrischen Christlichsozialen, lehnen diese Subventionen ab. Trotzdem hat die Große Koalition in Berlin diese Hilfen bereits zugesagt.