Open VLD kündigt Generationswechsel an

Bei den Landtags- und Europawahlen vom 7. Juni schnitten die flämischen Liberalen Open VLD schlecht ab und mussten sich aus der flämischen Regierung verabschieden. Jetzt soll eine jüngere Generation das Parteiruder übernehmen.

Fast drei Jahrzehnte hatte bei den flämischen Liberalen Open VLD die Generation um Alt-Premier Guy Verhofstadt das Sagen. Das soll sich nach der letzten Wahlschlappe vom 7. Juni nun ändern.

Im der VRT-Polittalkshow „De 7. dag“ (dt. „Der 7. Tag“) kündigte Verhofstadt an, seine Partei ziehe jetzt die Konsequenzen aus dem Desaster. „Ich denke, unsere Partei befindet sich schon seit 2004 in einer sehr schwierigen Position. Es fehlte die innerparteiliche Einheit und wir waren zu sehr mit taktischen Spielereien beschäftigt“, so der amtierende Parteivorsitzende und belgische Altpremier.

Verhofstadt hatte den Parteivorsitz von Bart Somers übernommen, der schon am 7. Juni, gleich nach der Wahlniederlage zurückgetreten war.

Jetzt übernimmt Verhofstadt und seine Generation, die Verantwortung für diese Schlappe. „Meine Generation, die die Open VLD in den vergangen Jahrzehnten zur größten Partei des Landes gemacht hat, ist seit 2004 für schwerwiegende Fehler verantwortlich und die sorgten für einen Abwärtsspirale.“

Deshalb geben Verhofstadt und seine Mitstreiter der ersten Stunde, Patrick Dewael und Karel De Gucht, das Ruder nun an die nächste Generation ab. „Mein Vorschlag ist ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit. Eine Erneuerung der Partei ist mit meiner Generation nicht mehr machbar. Jetzt muss eine jüngere Generation das Kommando übernehmen.“

Die flämischen Liberalen wollen am 5. Dezember einen neuen Vorsitzenden wählen, der nach Meinung Verhofstadts unbedingt einer jüngeren Politikergeneration angehören muss.