"Postzusteller sind die einzige Lösung"

Am Dienstag und in den Tagen zuvor haben Briefträger in verschiedenen Postbezirken die Arbeit niedergelegt, um gegen die Zustellung der Briefpost durch Postzusteller zu protestieren. Die Vertragsarbeiter sind den Gewerkschaften ein Dorn im Auge.

Auch am Dienstag sind die Briefträger in den Streik getreten. In Kraainem, Laken, Elsene und an einigen Orten im Wallonischen Brabant haben die Briefträger spontan die Arbeit niedergelegt, um gegen die Zustellung der Briefpost durch so genannte Postzusteller zu protestieren.

Die Postzusteller arbeiten halbtags und für einen geringeren Lohn als die verbeamteten Briefträger.

Die Gewerkschaften befürchten Arbeitsplatzverluste.

 

Ohne Postzusteller keine Zukunft

"Ohne die Einstellung von Postzustellern hat Die Post keine Zukunft mehr", reagierte Post-Chef Johnny Thijs. "Das Briefpostvolumen wird weiter sinken. Das steht außer Frage. Der Markt ist ab Januar 2011 vollkommen liberalisiert. Die allmähliche Indienstnahme von Postzustellern und die Anpassung der Personalstruktur ist die einzige Lösung."

Trotz solider Argumente der Direktion wollen die Gewerkschaften nicht klein beigeben. Sie fordern Klarheit über die Auswirkungen auf den heutigen Personalstand und misstrauen dem Statut des Postzustellers.

Postzusteller werden unter Vertrag genommen und sollen drei Stunden täglich beschäftigt werden. Ihr Lohn liegt 15 bis 20 % niedriger als der Lohn regulärer Briefträger.

Laut Thijs ist das Misstrauen der Gewerkschaften unbegründet. Postzusteller sollen in der Regel auch ein anderes Einkommen haben und ihren Lohn dank Prämien verbessern können.


 

Soziale Konzertierung

"Wir stecken unsere gesamte Energie jetzt in soziale Konzertierung", sagte Thijs noch. "Nur wenn es im Konzertierungsorgan zu einer vollständigen Blockade kommt, wird der Verwaltungsrat sich auf Artikel 35 berufen und die Einführung der Postzusteller durchdrücken."