Schwarzfahrern droht Gerichtsverfahren

In einer Richtlinie hat der Generalstaatsanwalt den Staatsanwälten Belgien die Anweisung gegeben, Schwarzfahrer der Bahn, die wiederholt erwischt werden, ausnahmslos zu verfolgen. Die Bahn begrüßt die Maßnahme.

In der Richtlinie heißt es, dass die Staatsanwälte diejenigen, die drei Mal erwischt werden, verfolgen müssen. Auch beim ersten oder zweiten Mal droht dem Schwarzfahrer der Prozess.

Bislang war es in der Praxis nur selten zu einem Prozess gekommen.

Die Richtlinie ist seit einigen Wochen bei den Staatsanwaltschaften in Kraft. Heute wurde berichteten die Zeitungen "De Standaard" und "Het Nieuwsblad" erstmals hierüber.

Die Zeitungen finden die Richtlinie nicht streng genug. Die belgische Bahn reagiert jedoch zufrieden: "Es ist ein erster Schritt in die gute Richtung, um das Phänomen des "Schwarzfahrens" zu bekämpfen. Wer weiß, wie dieser Ansatz sich weiter entwickeln kann", reagierte Bahn-Sprecher Jochem Goovaerts

250.000 Schwarzfahrer

Im vergangenen Jahr gingen den belgischen Schaffnern eine Viertel Million Schwarzfahrer ins Netz. Diese werden nicht selten gewalttätig.

Fast die Hälfte der Erwischten weigerte sich, einen Fahrschein und die anfallende Geldbuße zu bezahlen.

Wer nicht zahlen will, bekommt einen Verweis und eine Geldbuße. Erst wenn die Person sich weigert zu zahlen, kann die Staatsanwaltschaft eine Strafverfolgung einleiten.