Belgien kauft weitere BNP Paribas-Aktien

Als zweitwichtigster Aktionär der französischen Bank BNP Paribas hat die belgische Regierung beschlossen, sich an einer Kapitalaufstockung in Höhe von 4,3 Milliarden Euro zu beteiligen. Die Beteiligung darf der öffentlichen Hand allerdings nichts kosten.

BNP Paribas kündigte am Dienstag eine Kapitalaufstockung an, um die Staatshilfe zurückzuzahlen, die beim Ausbruch der Finanzkrise von den französischen Behörden erhalten hatte.

Schrittweise

Die Kapitalerhöhung und die rasche Rückzahlung haben auch Folgen für die belgische Regierung. Seitdem BNP Paribas die belgische Fortis Bank übernommen hat, ist der belgische Staat der zweitgrößte Aktionär der französischen Bank.

Durch die Rückzahlung der französischen Staatshilfe kann Belgien Hauptaktionär werden. Die Regierung hat entschieden, sich schrittweise an der Kapitalaufstockung zu beteiligen, um eine Verwässerung ihrer Beteiligung an der Bank zu verhindern.

 

Opposition reagiert kritisch

Der Fraktionsvorsitzende der flämischen Sozialisten, Bruno Tobback (SP.A),  findet, dass die Regierung sich wie ein Aktionärsklub verhält, der kurzfristig viel Geld verdienen will: "... aber mit meinem und Ihrem Geld", sagte Tobback.

Außerdem hat die Regierung sich von BNP Paribas übers Ohr hauen lassen: "Vor ein paar Monaten hieß es noch, die belgische Regierung habe bei BNP Paribas Mitsprachrecht. Wenn dies so wäre, hätte sie doch von der geplanten Kapitalaufstockung gewusst."