Opel Antwerpen: Tauziehen geht weiter

Einem Artikel in "Der Spiegel" zufolge erhöht die deutsche Regierung den Druck auf die EU-Kommission, um das Opel-Werk in Antwerpen zu schließen. In einem Brief aus Berlin hieße es über Antwerpen, "dass nach übereinstimmender Meinung der Standort wirtschaftlich nicht tragfähig ist".

Unter Druck der belgischen und flämischen Regierung hat die Kommission Deutschland über die staatliche Hilfe für den Opel-Übernehmer Magna befragt.

Der kanadisch-österreichische Zulieferer soll Milliarden an öffentlicher Hilfe erhalten, um deutsche Arbeitsplätze zu retten.

Wenig Überlebenschancen laut Berlin

In ihrem Briefentwurf an die Kommission behaupte die deutsche Regierung, dass "neben dem Magna-Konzept auch die Pläne des Mutterkonzerns General Motors und das abgelehnte Konzept des Finanzinvestors RHJI die Schließung von Antwerpen vorgesehen hätten", berichtet Der Spiegel.

Antwerpen hätte ohnehin wenig Überlebenschancen gehabt, so die Bundesregierung.

Die Produktionskosten in Antwerpen liegen um 70 Dollar pro Auto höher als in Bochum.

Die deutsche Regierung verstehe also nicht, warum Belgien behaupte, dass Antwerpen rentabler als Bochum sei.

Erst in den Medien

Es ist nicht das erste Mal, dass die deutschen Medien Nachrichten über Opel Antwerpen streuen.

Der Bericht, auf den der flämische Ministerpräsident Peeters sich berufen hatte, um zu behaupten, dass Antwerpen effizienter sei, ist auch zuerst in "Der Spiegel" erschienen.

Noch haben weder die deutsche noch die flämische oder belgische Regierung auf den Spiegel-Bericht reagiert.