Schreiben an EU verteidigt Opel Antwerpen

Eine Schließung des Opel-Werks in Antwerpen ist nach Ansichten von Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) aus wirtschaftlicher sicht nicht zu rechtfertigen. Peeters äußerte seine Ansicht in einem Schreiben an EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes und beruft sich dabei auf Zahlen von PriceWaterhouseCoopers (PWC).

Das internationale Consulting-Unternehmen PriceWaterhouseCoopers führte eine unabhängige Untersuchung durch, die ergab, dass eine Schließung von Opel in Antwerpen mit wirtschaftlicher Begründung nicht zu rechtfertigen ist. Das Resultat der Studie belegt, dass das Opel-Werk in Antwerpen mindestens so effizient sein soll, wie das in Bochum in Deutschland.

PwC berechnete dies auf Basis der geleisteten Arbeitsstunden pro hergestelltem Auto. Die Produktion des heutigen Astra-Modells zum Beispiel ist in Antwerpen berechnet mit den Herstellungskosten pro Kopf - sprich pro Arbeitnehmer - 9 % günstiger als im Werk in Bochum.

Pläne der deutschen Bundesregierung und von Magna, dem potentiellen Übernahmekandidat von Opel aus der GM-Gruppe, sehen vor, Antwerpen auf absehbare Zeit zu schließen. Im Gegensatz dazu sollen alle deutschen Opel-Standorte weiter betrieben werden.

Eine Richtlinie der Europäischen Union gibt aber vor, dass ein gewinnbringender ausländischer Standort nicht zu Gunsten eines nationalen Werks geschlossen werden darf, wenn dieses weniger effektiv arbeitet.
 

Die EU schaut genau hin

In einem Gespräch zwischen Kris Peeters, dem Ministerpräsidenten des belgischen Bundeslandes Flandern und den EU-Kommissaren Neelie Kroes (Wettbewerb - Foto) und Günther Verheugen (Industrie) gab die Union an, die Übernahme von Opel durch Magna und die damit verbundenen Zuschüsse und Leistungen von Bund und Ländern in Deutschland genau zu beobachten.

Die belgische Bundes- und die flämische Landesregierung wollen die Schließung von Opel in Antwerpen bei der Übernahme durch Magna verhindern und hoffen dabei auf Unterstützung des Regelwerks der Europäischen Union.