Rogge bleibt IOC-Vorsitzender

Ohne Gegenkandidat wurde der Belgier Jacques Rogge am Freitagvormittag für weitere vier Jahre als Vorsitzender des Internationalen Olympischen Komitees in seinem Amt bestätigt. Der 67-Jährige wurde mit einer überwältigenden Mehrheit wiedergewählt.

Nur ein Wahlberechtigter stimmte gegen Jacques Rogge. 88 andere IOC-Mitglieder stimmten für den belgischen Kandidaten. Drei Mitglieder enthielten sich.

Kluft dichten

Der ehemalige FIFA-Boss und IOC-Mitglied Joao Havelange hatte für eine Abstimmung per Akklamation plädiert. Rogge aber bestand auf einer geheimen Abstimmung.

Nach seiner Wahl erklärte Rogge: "Sie haben mir eine große Ehre erteilt. Gemeinsam haben wir in den vergangenen acht Jahren bereits viel erreicht. Wir werden weiterhin außergewöhnliche Spiele organisieren."

Der ehemalige Olympia-Segler, Rugby-Nationalspieler und Chirurg versprach auch, den Kampf gegen das Doping unvermindert fortzusetzen. Außerdem wolle er die Kluft zwischen den Entwicklungsländern und den Industrieländern, zwischen Männern und Frauen dichten.

 

Sportkarriere

Rogge ist der achtste Vorsitzende des IOC seit 1894 und der zweite Belgier nach Henri de Baillet-Latour.

Als Segler hat er drei Mal an den Olympischen Spielen teilgenommen: in Mexiko 1968, in München 1972 und in Montréal 1976.

Jacques Rogge war auch Mitglied der belgischen Rugby-Nationalmannschaft.

Vor seiner Wahl als IOC-Boss war Rogge im Olympischen Komitee vertreten. Er war auch Vizevorsitzender des medizinischen Ausschusses. Als Vorsitzender des Belgischen Olympischen Komittees leitete er verschiedene belgische Delegationen zu den Spielen.

Rogge war Chirurg und hat zwei Kinder. Sein Sohn Philippe war Vorsitzender der belgischen Delegation bei den Spielen von Peking 2008.