Haussuchungen bei der Gebäudeverwaltung

In Flandern und Brüssel wurden am Dienstag Haussuchungen bei Beamten der Gebäudeverwaltung durchgeführt. Ermittler suchten nach Beweisen für Korruption. Die betroffenen Beamten sollen Jahrelang von Unternehmern bestochen worden sein. Dafür sorgten die Beamten für staatliche Aufträge für die Unternehmer.

Die neuerlichen Ermittlungen sind eigentlich Ausläufer eines Korruptionsfalles aus dem Jahr 2006 in Brüssel und Löwen. Damals wurden einige Beamten verhaftet, darunter auch Hans Evenepoel, der damalige Generaldirektor der staatlichen Gebäudeverwaltung. Ans Tageslicht kamen diese Vorgänge zu allererst nach anonymen Informationen an die Justiz im Jahr 2001.

Nach Dutzenden Verhören der damaligen Verdächtigen und später Angeklagten kamen viele weitere Fälle von Korruption und andere gesetzeswidrige Handlungen ans Tageslicht - so ziemlich überall in Flandern und Brüssel. Am Dienstag durchsuchten Polizei und Justiz Wohnungen und Büros in Brügge, Antwerpen, Mechelen, Sint-Niklaas und Brüssel. In Sint-Niklaas wurde der lokale Standort der Gebäuderegie durchkämmt.

Geschenke, Reisen und andere Zuwendungen

Die verdächtigten Beamten der Gebäuderegie sollen jahrelang Schmiergeld und andere Zuwendungen, wie Reisen, Restaurantbesuche und Geschenke entgegen genommen haben. Nicht wenige von ihnen sollen solche Zuwendungen sogar von Unternehmern verlangt haben.

Die Haussuchungen wurden von der belgischen Staatsanwaltschaft in Brüssel koordiniert, doch die eigentlichen Ermittlungen führen die Staatsanwaltschaften von Brüssel, Brügge, Antwerpen, Mechelen und Gent.