Mehr Info über Guantanamo-Häftling

Der ehemalige Guantanamo-Häftling, den Belgien vor zwei Wochen aufgenommen hat, war vom FBI irrtümlicherweise als ein sehr gefährlicher Terrorist eingestuft worden. Das hat VRT-Journalist Jens Franssen in Guantanamo entdeckt.

Der 31-jährige Mann war sieben Jahre lang in Guantanamo inhaftiert, bevor er jetzt nach Belgien gebracht wurde.

2001 war der Mann von US-Truppen nach dem Fall von Kandahar verhaftet worden. Kandahar war damals die letzte Festung der Taliban.

Die Amerikaner warfen ihm vor, dass er sich als Terrorist in einem afghanischen Trainingslager  von Al Qaida ausbilden habe lassen.  Später tauchte eine Videobotschaft auf, in der der Mann ankündigte, als Märtyrer sterben zu wollen. Die FBI ging davon aus, dass sie einen großen Terroristen geschnappt hatte, konnte für diese Behauptung aber keine Beweise finden.

Opfer statt Täter

Die wahre Lebensgeschichte des Mannes klingt jedoch anders.

Als 22-Jähriger verließ er seine Familie und ging nach Afghanistan, um von dort aus Asyl zu beantragen. Er kam in Kontakt mit Al Qaida und ließ sich in einem Trainingslager ausbilden.

Die Taliban verdächtigten ihn jedoch als Spion, sperrten ihn ins Gefängnis und folterten ihn. Dabei verlor der Mann ein Gliedmaß. Die Videobotschaft soll unter Zweng aufgenommen worden sein.

Die Anwälte des Mannes haben seine Geschichte vor einem US-Gericht gebracht, das urteilte, dass er ein Opfer der Taliban war und nichts in Guantanamo verloren hatte.

Der Mann wurde in allen Anklagepunkten freigesprochen. In Belgien hat er eine neue Identität, ein Visum und eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten.