Antwerpen stimmt über "Lange Wapper" ab

Seit Monaten wird in der Scheldestadt über das Pro und Kontra eines Viadukts diskutiert, der Zwijndrecht und das linke Schelde-Ufer mit Merksem und Deurne verbinden und den Verkehr entlasten soll. Am Sonntag können die Antwerpener sich über den Bau der "Lange-Wapper-Brücke" aussprechen.

Die Frage, die die Antwerpener in der Volksabstimmung zu beantworten haben, lautet: "Muss die Stadt Antwerpen ein günstiges Gutachten für die Baugenehmigung der Osterweel-Verbindung auf der geplanten Strecke zwischen Zwijndrecht/Linkeroever und Merksem/Deurne abgeben. Ja oder Nein?"

Dafür oder dagegen?

388.104 Antwerpener sind aufgerufen, sich über den Bau dieser Verkehrsachse auszusprechen. Vorgesehen sind ein Tunnel unter der Schelde, der in einen Viadukt, den so genannten "Lange Wapper" mündet. Die 4,6 km lange Brücke ruht auf zwei Stützpfeilern von jeweils 150 m, die die Kathedrale überragen. Das Projekt ist auch unter seinem offiziellen Namen "BAM-Tracé" bekannt.

Wenigstens 10 % müssen ihre Stimme abgeben, damit die Volksbefragung gültig ist und die Stimmen effektiv gezählt werden. Das Ergebnis einer Volksabstimmung ist nicht bindend.

Von den Regierungsparteien haben sich die Christdemokraten (CD&V) und die Liberalen (Open VLD) für den Bau der Brücke ausgesprochen. Die Sozialisten (SP.A) dagegen, die auch den Bürgermeister von Antwerpen stellen, haben sich schlussendlich gegen das Bauprojekt ausgesprochen und verlauten lassen, dass die Regierung den Volksentscheid nicht einfach negieren könne.

Lobbyen

Im Vorfeld haben die Befürworter und Gegner der "Lange-Wapper-Brücke" heftige Diskussionen geführt und versucht die Antwerpener über Pro und Kontra zu informieren.

Die Gegner, darunter die Vereine "Ademloos" und "sTraten-generaal", die den Volksentscheid herbeigeführt haben, argumentieren, dass der Verkehr und die Luftverschmutzung wegen der Brücke noch zunehmen werden. Sie befürchten auch, dass hunderte Hektar Wald dem Projekt zum Opfer fallen.

Die Befürworter wollen eine dringende Entlastung des Innenstadtverkehrs herbeiführen und sehen die Brücke, wie die "Brooklyn Bridge" in New York, als neuen touristischen Trumpf für die Scheldestadt.

Einer Meinungsumfrage zufolge sollen 52 % der Antwerpener Nein stimmen. Sie befürworten ein alternatives Bauprojekt, das diesen Teil des Innenstadtrings in einen unterirdischen Tunnel verschwinden lassen will.

43 % gaben an, dass sie Ja stimmen würden. Ihnen gefalle die Ästhetik des Projekts und die Lösung, die es für die Verkehrsprobleme darstelle.