7 Millionen € für Belgiens Milchbauern

In Luxemburg beraten derzeit die europäischen Landwirtschaftsminister über einen Ausweg aus der Notsituation der Milchbauern, die für ihre Erzeugnisse auf dem freien Markt zu geringe Einkaufspreise erzielen. Um das EU-Gebäude in Luxemburg herum kommt es zu massiven Protesten erboster Landwirte.

Nach ersten Berechnungen soll der belgische Milchviehsektor aus dem europäischen Hilfsfonds für die Bauern rund 7 Millionen € Unterstützung erhalten, wenn die EU-Kommission den Plänen der europäischen Agrarministern zustimmt.

Insgesamt sollen 280 Millionen € an die Landwirte aus dem Milchviehsektor ausgezahlt werden, wie EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel (Foto) in Luxemburg bestätigte. Mehr sei nicht drin, so die Kommissarin: „Ihr habt das Huhn mit den goldenen Eiern maximal geplündert. Ab jetzt braucht keine einzige Delegation mehr zu kommen um auch nur einen einzigen Euro zu bekommen.“

Insgesamt sollen 280 Millionen € an Europas Milchbauern ausgezahlt werden. Wo das Geld herkommen soll, ist allerdings noch unklar. In Belgien soll das Geld für die Finanzierung einiger Reformen zu Gunsten der Landwirte in dem Sektor verwendet werden.

Wie dies im belgischen Bundesland Flandern aussehen wird, beraten Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V), der auch für die Landwirtschaft zuständig ist, und Vertreter aller Landwirtschaftsvereinigungen bei einem noch zu vereinbarenden Termin binnen kurzer Frist.

Heftige Proteste

Am Montag hatten Landwirte aus ganz Europa, vornehmlich aus Deutschland und Frankreich, das EU-Gebäude, in dem die Agrarminister zusammengekommen sind, umzingelt. Zudem riegelten sie alle Zufahrtswege zum luxemburgischen EU-Viertel ab.

Die erbosten Landwirte befeuern Gebäude und Polizisten mit Eiern und Mist. Luxemburgs Polizei wird bei der Handhabung der Ordnung von Kollegen aus Belgien unterstützt.

Die Frage lautet jetzt: „Geben sich die Landwirte mit dem erzielten Ergebnis von Seiten der EU zufrieden?“

Am Dienstag gehen die Beratungen der EU-Agrarminister weiter, die Proteste der Bauern wohl auch.