Philippe Gilbert "Flandrien 2009"

Philippe Gilbert hat eine meisterliche Herbstsaison am Sonntag mit einem Sieg bei der Lombardei-Rundfahrt krönen können. Damit konnte er in Folge vier Herbstrennen, darunter also auch Klassiker, für sich entscheiden. Dies honorierten seine belgischen Radsportkollegen am Sonntagabend mit einer besonderen Ehre.

Philippe Gilbert darf sich zu den so genannten "Flandriens“ gesellen, Radprofis, die diese Ehre von ihren Kollegen zugesprochen bekommen.

Ein "Flandrien“ ist ein Radprofi, der sich in den Augen seiner Kollegen innerhalb einer Saison besonders angestrengt hat, der besondere Leistungen vorzuweisen hat.

Gilbert, der derzeit für die Silence Lotto-Mannschaft fährt, fuhrt bereits im Frühjahr, beim Auftakt zur diesjährigen Radsportsaison, einige Male in den Fokus des Geschehens.

Doch seit der Straßenrad-Weltmeisterschaft in Mendrisio (Schweiz) ist er bei den meisten Rennen kaum noch vorne wegzudenken. Der sympathische aber zurückhaltende Wallone aus den Ardennen in der Nähe von Lüttich gewann seit dem Ende der WM alle Rennen, bei denen er an der Startlinie auftauchte: Mit der Copa Sabatini, Paris-Tours und der Piemont-Rundfahrt entschied er schon wichtige Rennen für sich.

Lombardei

Doch der Sieg bei der Lombardei-Rundfahrt am vergangenen Wochenende setzte er dem die Krone auf.

Schließlich ist dieses italienische Rennen eines der Klassiker des Jahres am Saisonabschluss.

Gilbert zeigte sich im italienischen Como sehr erfreut durch diese Honorierung von Seiten seiner Kollegen:

„Das ist sehr schön. Ich habe dieses Jahr meine Resultate eingefahren und dies würdigte das ganze Peloton. Das hat großen Wert für mich.“
 

Mark Cavendish und Grace Verbeke

Die Profiradsportler und -sportlerinnen honorierten traditionell aber auch die Leistungen eines Nicht-Belgiers und einer Profiradsportlerin.

So wurden auch der Brite Mark Cavendish (Foto) vom Team Columbia und die belgische Fahrerin Grace Verbeke von ihren Pelotons zu „Flandriens 2009“ ausgerufen.

Cavendish dominierte dieses Jahr die Massensprints. Insgesamt 23mal war er der Schnellste. Unter anderem gewann er mit Mailand-San Remo den Auftakt zur Klassikersaison und bei der Tour de France schrieb er sich sechsmal in die Etappensiegerliste ein.

Grace Verbeke war schon im vergangenen Jahr „Flandrien“. In der ausgehenden Saison zeigte sie sich dauerhaft mit tollen Leistungen und bei der WM in Mendrisio wurde sie Gesamt-Neunte.