Realistische Drogenpolitik gefordert

Einer Studie des Gesundheitsministeriums zufolge werden vielen illegalen Drogen gesundheitsgefährdende Stoffe beigemischt. In einem offenen Brief fordern Senatoren, Forscher und VIPs von den belgischen Behörden eine Qualitätskontrolle für Drogen.

Forscher haben herausgefunden, dass die Zusammenstellung von illegalen Drogen sich verändert.

Bei der Analyse von XTC-Pillen wurden Kaffein und Amphetamine festgestellt. Diese Substanzen verstärken die Wirkung, können sich aber als gefährlich, ja sogar tödlich erweisen, weil sie zu Herzrhythmusstörungen oder zu Nierenschäden führen.

Auch Cannabis, der von den Behörden beschlagnahmt und analysiert wurde, enthielt aktivere Wirkstoffe als in der Vergangenheit. Der THC-Anteil im Cannabis ist um die 15 % gestiegen.

"Eine realistische Drogenpolitik"

Zu den Unterzeichnern gehören u. a. die flämischen Liberalen Paul Wille und Jean-Jacques De Gucht sowie die Grüne Freya Piryns. Auch Leichtathlet Cedric Van Branteghéem und Sänger Walter Grootaers haben den offenen Brief für eine realistischere Drogenpolitik unterzeichnet.

Sie fordern, dass Konsumenten illegale Drogen einem Qualitätstest unterziehen können. In den Niederlanden analysiert ein Institut die Qualität von Drogen.

Werden so genannte "dirty drugs" gefunden, wird die Nachricht sofort verbreitet. Die Unterzeichner plädieren dafür, dass ein ähnliches System in Belgien eingeführt wird.