Viehhormonmaffia so aktiv wie nie zuvor

In einer Reaktion auf einen Bericht der Bundesnahrungsmittelagentur sagt Karel Van Noppen, Bruder des ermordeten Vieharztes Karel Van Noppen, dass Hormone kaum noch aufzuspüren sind. Er wirft der Behörde vor, machtlos gegenüber der Hormonmaffia zu sein.

Im Jahresbericht 2008 der Zelle zur Bekämpfung des Hormonhandels heißt es, dass die Zahl der festgestellten Verstöße gegen illegale Viehmast gesunken ist.

Flor Van Noppen, ebenfalls Volksvertreter für die N-VA (flämische Nationalisten), nuanciert den Bericht.

"Heutzutage werden häufiger körpereigene Produkte verwendet, die kaum noch aufzuspüren sind", sagt Van Noppen in der Zeitung Gazet Van Antwerpen: "Die Substanz wird so genau dosiert, dass sie nicht aufzufinden ist."

"In Belgien ist die Suche nach Hormonen keine Priorität", klagt der Volksvertreter: "Weil alles gegenwärtig in Frankreich kontrolliert werden muss, geht viel kostbare Zeit verloren. Wird der Missbrauch von Hormonen festgestellt, ist das Fleisch bereits in der Nahrungsmittelkette untergetaucht. Die Gefahr für die Volksgesundheit bleibt bestehen."

Van Noppen fordert außerdem strengere Strafen gegen die Übeltäter: "Wenn in 39 Fällen nur ein einziges Mal eine Strafe verhängt wird, stelle ich mir Fragen."

Reaktion der Nahrungsmittelbehörde

Die Behörde weist die Vorwürfe von Flor Van Noppen vehement zurück.

Sie haben seit ihrer Gründung 2003 Mittel und Personal erhalten, um die illegale Verwendung von Hormonen in der Viehzucht zu bekämpfen.

Auch bestehe eine enge und strukturelle Zusammenarbeit auf diesem Gebiet mit den Fahndern der Bundespolizei.

Für die Aufspürung von natürlichen Hormonen würde ein französisches Labor eingeschaltet, um das Problem sowohl auf materieller Ebene als auf Ebene der Expertise zu lösen.