Streik total bei Belgiens Bahn

Der 24 Stunden-Streik der belgischen Bahngewerkschaften begann gestern Abend um 22.00 Uhr. Aus Gewerkschaftssicht ist er ein voller Erfolg, weil im ganzen Land kein Zug fährt. Betroffen sind auch internationale Verbindungen.

Die Bahngewerkschaftler des Landes sorgen sich um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Sie befürchten, dass die rote Zahlen schreibende Güterzuggesellschaft B-Cargo privatisiert werden und daraufhin 3000 Arbeitsplätze verloren gehen könnten.

Auch befürchten die Gewerkschaften, dass die B-Cargo-Beschäftigten ihren Beamtenstatus verlieren. In Belgien ist die Bahn noch hundertprozentig in Händen des Staates.

Unterdessen bröckelt die Gewerkschaftsfront. Die kleine liberale Gewerkschaft kündigte an, sie wolle mit Bahnmanagement und der christlichen und sozialistischen Gewerkschaften nach Mitteln und Wegen suchen, um in Zukunft solche Streiks zu vermeiden. Die Bahnkunden hätten ein Recht auf die Dienstleistungen der Bahn.

Wegen des Streiks fallen auch alle Thalys-, Eusrostar- und ICE-Züge Richtung Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Niederlande ganztägig aus.

Für Hochbetrieb sorgte der Streik an den belgischen Flughäfen. Auf den Flügen Richtung London wurden die Kapazitäten deutlich erhöht. Für Air France-Kunden, die einen Flug am Pariser Flughafen Charles de Gaulle gebucht haben, stand ab Brüssel eine Busverbindung zur Verfügung.

Der Verkehrsverkehr verlief entgegen den Erwartungen relativ normal. Das dürfte der Tatsache zu verdanken sein, dass in Belgien momentan Herbstferien sind und berufstätige Eltern oft frei genommen haben. Deshalb waren die Staus nicht länger als an „normalen“ Arbeitstagen.
 

Behinderung über die Grenzen hinweg

Der Eisenbahnerstreik in Belgien hat am Donnerstag den Bahnverkehr im deutsch-belgischen Grenzbereich behindert und die Geduld der Reisenden auf eine harte Probe gestellt.

Nach Angaben der Deutschen Bahn fielen 18 Fernzüge zwischen Aachen und Brüssel aus. Betroffen waren ICE-Züge der Bahn und Thalys-Züge. Für die ausgefallenen ICE-Verbindungen von und nach Brüssel setzte die Bahn neun Busse ein.

Die Thalys-Züge wurden nach Bahn-Angaben ersatzlos gestrichen.

„Die Leute haben sich auf die Situation eingestellt und Reisen, die nicht unbedingt notwendig sind, verschoben“, sagte ein DBahn-Sprecher. Wer trotzdem fuhr, musste längere Reisezeiten in Kauf nehmen.