Opel: Flämische Regierung macht Druck

Die Flämische Regierung will sich aktiv um einen Erhalt des Antwerpener Opel-Werkes bemühen. Man werde nicht die Hände in den Schoß legen und tatenlos eine Entscheidung der GM-Spitze abwarten, sagte Ministerpräsident Kris Peeters.

Nach einem Krisentreffen mit den Gewerkschaften und Arbeitgebervertretern kündigte der flämische Ministerpräsident an, seine Regierung wolle jetzt vielmehr das Gespräch mit dem Opel-Mutterkonzern suchen und dabei für den Standort Antwerpen werben.

Solange Opel-Antwerpen noch nicht geschlossen ist, gebe es noch Hoffnung, sagte der flämische Ministerpräsident Kris Peeters nach einem Treffen mit der so genannten "Arbeitsgruppe Opel", bestehend aus Vertretern der flämischen Regierung und den Sozialpartnern.

Doch gebe es jetzt keine Zeit zu verlieren: die GM-Spitze hat zu verstehen gegeben, dass ein Sanierungskonzept für die europäischen Standorte nun schnellstens vorliegen müsse. Jetzt gelte es also, zu verhindern, dass Antwerpen vor vollendete Tatsachen gesetzt werde, sagte Peeters (Foto).

Man werde also proaktiv vorgehen und das Gespräch mit der GM-Spitze in Detroit suchen; in erster Linie werde die Regierung den Business-Plan verteidigen, den die Sozialpartner bei Opel-Antwerpen ausgearbeitet hatten, um seinerzeit Magna von der Lebensfähigkeit des Standortes zu überzeugen.

Die Arbeit sei nicht verloren, sagte Peeters.

Auch werde man mit Nachdruck dafür plädieren, dass die EU in dieser Sache eine Schlüsselrolle übernehme; dies auch, um zu verhindern, dass Belgien im direkten Wettbewerb mit großen Ländern wie Deutschland den Kürzeren zieht.

Im Antwerpener Opel-Werk endete am Freitag jede Schicht eine Stunde früher. Die Gewerkschaften informierten die Belegschaft über die  Zukunftsperspektiven für Opel-Antwerpen.

Opel Antwerpen in Gefahr

Die Pläne des Mutterkonzerns General Motors in Bezug auf den flämischen Standort sind noch nicht bekannt, doch war aus Detroit verlautet, vermutlich werde dieser geschlossen.

Bei Opel in Antwerpen, wo der Astra produziert wird, arbeiten etwa 2.600 Personen. Da die Astra-Produktion ausläuft und es für Antwerpen noch kein Nachfolge-Modell gibt, sieht die Zukunft für die dortige Niederlassung eher düster aus.

IEine Umstellung der Montagebänder kostet rund 300 Millionen Euro, die die flämische Regierung bereitstellen will, wenn sie Garantien für das Überleben der Antwerpener Opelniederlassung erhält.

Die Gewerkschaften wollen sie sich konstruktiv zeigen, wenn GM die gleiche Haltung an den Tag legt.