Spitzenzentrum in Brügge vor dem Aus

Das weltberühmte Zentrum für Spitzen in Brügge steht vor dem Aus. Die Vereinigung, die das Zentrum verwaltet, erhält seit einiger Zeit schon keine Zuschüsse mehr und muss wohl aus Finanznot ihre Aktivitäten beenden.

Das 4köpfige Personal ist von der Schließung unterrichtet worden und hat die Kündigung erhalten.

Das Spitzenzentrum in Brügge besteht seit fast 40 Jahren und genießt Weltruhm, denn seine Fachkenntnis für handgefertigte Spitze ist hinlänglich bekannt und geschätzt.

Doch offenbar gilt der Prophet im eigenen Lande nichts, denn weder die Stadt Brügge, noch das belgische Bundesland Flandern machen für die Einrichtung Geld oder Zuschüsse frei. Auch die Provinz Westflandern strich die Subsidien vor drei Jahren.

Noël Dumon, der Direktor des Zentrums ist tief enttäuscht: „Wenige Leute in Brügge begreifen, dass unsere Stadt in diesem Bereich international einen guten Ruf genießt. Wohin man auch geht - und ich habe internationale Kontakte - stehen wir mit unserer Expertise auf Platz 1. Man nimmt uns als Weltsymbol wahr!“

1970 gegründet

Das Spitzenzentrum in Brügge wurde 1970 gegründet und hat als Ziel, die Ausbildung für Spitzenklöpplerinnen und ihre Handwerkskunst zu bewahren. Das Zentrum geht auf die Ausbildung von Klöpplerinnen durch die Schwestern des Ordens der Apostelinnen zurück, die 1717 in Zeiten großer Armut in Brügge begannen, um jungen Frauen und Mädchen zu einem Beruf zu verhelfen.

Das Zentrum ist in einem Nebengebäude der Jerusalemkirche in Brügge zu Hause, doch die Besitzer der Immobilien haben eine andere Zweckbestimmung vor Augen. Ohne Zuschüsse war es dem Zentrum nicht möglich, nach einer anderen Niederlassung zu suchen.