Terrorist klagt über Haftbedingungen

Der verurteilte Terrorist Nisar Trabelsi ist mit den strengen Bedingungen seiner Haft nicht einverstanden. Er befindet sich derzeit im Hochsicherheitstrakt der Haftanstalt von Brügge. Von dort aus will er nach Lüttich verlegt werden und verlangt jetzt ein Zwangsgeld von täglich 1.000 €, falls das nicht geschieht.

In der vergangenen Woche urteilte ein Gericht in Lüttich, dass Nisar Trabelsi tatsächlich in die weniger gesicherte Haftanstalt von Latin verlegt werden müsse.

Dort gelten weniger strenge Haftbedingungen auch für Schwerverbrecher.

Allerdings ging die belgische Staatsanwaltschaft in Berufung gegen das Lütticher Urteil. Somit bleibt Trabelsi vorerst in Brügge, wogegen er mit einer einstweiligen Verfügung und dem verlangten Zwangsgeld protestiert.

Sein Anwalt will in der kommenden Woche gemeinsam mit einem Gerichtsvollzieher im Gefängnis von Brügge (Foto) vorstellig werden, um der einstweiligen Verfügung Gewicht zu verleihen.

 

10 Jahre Haft

Der Tunesier Nisar Trabelsi, der auch einige Jahre lang als Fußballprofi in der deutschen Bundesliga aktiv war, ist 2003 in Belgien zu 10 Jahren Haft verurteilt worden. Ihm konnte die Planung eines Anschlags auf die Nato-Airbase von Kleine Brogel in der Provinz Limburg nachgewiesen werden.

Gegen Trabelsi, der sich vor einigen Jahren einer extremen Form des Islam zuwendete, wird auch in den USA und in dessen Heimatland Tunesien ermittelt. Beide Länder haben Auslieferungsantrag gestellt und er könnte bald an eines der beiden Länder übergeben werden.