Militärs massiv gegen Einsparungen

Verteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V) will eine Vielzahl von Militärkasernen schließen, um zu sparen. 5.000 Stellen sollen abgebaut werden. Zirka zweitausend Militärs haben am Sonntagmorgen vor dem Ministerium protestiert.

Die Soldaten protestierten nicht in Uniform - das ist verboten. Aber aus Protest behielten sie wohl ihre Dienstmütze auf.

 

Dass die Kundgebung am Tag des Königs gehalten wurde, war kein Zufall: "Der König ist unser Chef", sagte Dirk Deboot von der sozialistischen Gewerkschaft ACOD: "Heute wird gefeiert, aber für uns gibt es nichts zu feiern."

Im September hatten die Militärgewerkschaften auch bereits eine Protestkundgebung gegen die Sparmaßnahmen ihres Ministers organisiert.

Die drei großen Gewerkschaften fordern Pieter De Crem zu Verhandlungen auf. Sie wollen ebenfalls eine bessere soziale Begleitung von Soldaten, die wegen der Schließung ihrer Kaserne umziehen müssen.

"Jede Zahl verbirgt auch ein Gesicht", sagte Ilse Heylen von der christlichen Gewerkschaft: "Da ist ein Mensch mit seiner Familie. Es ist nicht immer einfach, seine Sachen zu packen und dann umzuziehen."

Verteidigungsminister De Crem ist bereit, individuelle Situationen zu berücksichtigen: "Ich kann verstehen, dass Menschen ihren Forderungen Nachdruck verleihen wollen", sagte der Minister, "ich will darauf einzugehen, aber an dem Plan insgesamt wird nicht gerüttelt."

23 Militärkasernen sollen geschlossen werden. Infolgedessen sollen zirka 7.000 Militärs in einer anderen Kaserne stationiert werden.

Der Minister plant auch den Abbau von 5.000 Stellen.