Wer wird EU-Präsident?

Das Pokern um die Besetzung der beiden neuen Spitzenposten in der Europäischen Union wird kurz vor dem entscheidenden EU-Sondergipfel vom Donnerstag immer spannender. Belgiens Premier Van Rompuy bleibt im Rennen.

Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt (Foto, Mitte) gelang es in fast pausenlosen Telefonaten, die Schar der Kandidaten für den Posten des EU-Ratspräsidenten und des EU-„Außenministers“ zu reduzieren.

Am Rande eines Treffens der EU-Außenminister am Montag in Brüssel wurde die Forderung nach einer Frau an der Spitze der Union von 27 Staaten lauter.

Finnlands Außenminister Alexander Stubb sagte: „Ich denke, es würde ein bisschen dämlich aussehen, wenn wir nicht in der Lage wären, eine Frau für einen Topposten zu auswählen und zu bestimmen.“

Genannt wird in diesem Zusammenhang der Name der einstigen lettischen Staatspräsidentin Vaira Vike-Freiberga. Die früher als „Eiserne Lady des Ostens“ bezeichnete Politikerin bekräftigte am Montag ihre Kandidatur für den Posten des EU-Ratsvorsitzenden.

Nach bisheriger Vereinbarung zwischen den beiden großen politischen Lagern in der EU soll der Posten des Ratspräsidenten von einem Christdemokraten, der des Außenministers hingegen von einem Sozialdemokraten besetzt werden.

Der belgische Premierminister Hermann van Rompuy (Foto oben, link), ein flämischer Christdemokrat, gilt weiterhin als aussichtsreicher Kandidat, genau wie seine christdemokratischen Amtskollegen aus Luxemburg und den Niederlanden, Jean-Claude Juncker und Jan Peter Balkenende.