UK-Zeitungen offensiv gegen Van Rompuy

Seit ein paar Tagen ziehen die britischen Tageszeitungen gegen Herman Van Rompuy als möglichen Präsidenten der Europäischen Union zu Felde. Nach dem "Daily Telegraph" am Montag lässt auch die "The Times" am Dienstag kein gutes Haar am belgischen Premierminister.

"The Times" rät den EU-Staats- und Regierungschefs nicht für Herman Van Rompuy (CD&V) als ersten ständigen Vorsitzenden des Europäischen Rates zu stimmen.

Nicht, dass Van Rompuy keine Qualitäten habe, meint die Zeitung: Es gelingt ihm immerhin eine Fünfparteienregierung in einem schwierigen Land zu führen, das auch noch gerade den Verlust der großen Fortis-Bank gemeistert hat.

Aber die negativen Seiten des Kandidaten überwiegen, schreibt "The Times": Van Rompuy hat zu wenig Ausstrahlung, keine Erfahrung auf internationaler Ebene und wir wissen eigentlich nicht, was er genau kann.

"Er ist so anonym", klagt "The Times", "dass ein durchschnittlicher Beobachter sich sogar mehr für den niederländischen Premierminister Balkenende erwärmen kann."

 

"Van Rompuy führt europäische Flagge und Hymne ein"

Die Zeitung "The Daily Telegraph", die den belgischen Premier anstatt Herman übrigens Herbert nannte, befürchtet, dass er die Anwesenheit von Europa in den Rathäusern und Schulen sowie bei Sportveranstaltungen verstärken wolle. "Van Rompuy würde auch europäische Symbole einführen wie Ausweise, Kfz-Kennzeichen, Fahnen und sogar eine europäische Hymne.

Die Zeitung berief sich auf ein Manifest der flämischen Christdemokraten, um ihre Befürchtungen zu bekräftigen. Die CD&V bestreitet allerdings diese Unterstellungen.