Wirtschaftskrise fördert Korruption

Aus einem Bericht der "International Chamber of Commerce" (ICC) geht hervor, dass zwei von drei belgischen Unternehmen bereits mit Bestechungsversuchen konfrontiert worden sind. Die jüngste Krise hat die Korruption im Wirtschaftsleben noch verstärkt.

Auch in Belgien sind Bestechung, Beeinflussung und Erpressung keine Ausnahme.

Die Unternehmen sind jedoch nicht nur das Opfer solcher unlauteren Geschäftemacherei. Sie schrecken auch selbst nicht davor zurück. Ein Viertel der Unternehmen findet es normal, dass für Vertragsabschlüsse Geld gezahlt wird.

Viele Arbeitnehmer befürchten aber auch, dass unehrliche Praktiken in ihrem Unternehmen zunehmen. Der Druck, um Ergebnisse vorzulegen, ist gerade in Krisenzeiten sehr hoch.

 

Tipps gegen Korruption

Die ICC, die internationale Arbeitgeberorganisation hat einen Führer mit praktischen Tipps gegen Korruption herausgegeben. "Korruption ist aus ethischen und wirtschaftlichen Gründen inakzeptabel", sagt der ICC-Vorsitzende, der Belgier Tony Vandeputte.

Die ICC schlägt den Unternehmen beispielsweise vor, einen Verhaltenskodex zu erarbeiten und ihre Mitarbeiter zu informieren: "Die Unternehmensspitze muss auch deutlich machen, dass sie keine Korruption dulden wird", so Vandeputte.

 

Betrugsbekämpfung

Auch von staatlicher Seite werden Korruption und Betrug auf Unternehmensebene bekämpft.

Der zuständige Staatssekretär Carl Devlies (CD&V) will 2010 ein Auditkomittee auf Bundesebene einrichten, das die Transparenz erhöht.

Devlies plant ebenfalls eine doppelte Buchhandlung, um die finanzielle Struktur der Behörden transparenter zu machen. Ein typischer Korruptionsfall in Belgien ist die Bestechung eines Beamten durch ein Unternehmen, das einen Vertrag mit einer Behörde abschließen will.

"Ein gut organisiertes Unternehmen ist weniger anfällig für Korruption und Betrug", meint Devlies.