Deutsche Presse milder mit Van Rompuy

"Angela Merkels Favorit", schreibt Focus, "begabter Vermittler und idealer Kandidat", schreibt Der Spiegel und in "Die Zeit" heißt es: in seiner Unauffälligkeit sei er der primus inter pares der Zwergen-Riege.

"Deutschland soll sich sich für ein anderes, etwas blasseres Gesicht entschieden haben", schreibt das Nachrichtenmagazin Focus und meint damit "Angela Merkels Favoriten". Mit Frankreich liege Deutschland da auf einer Linie.

Warum Van Rompuy (Foto: mit seiner Frau Veerle Windels) und nicht der altbekannte Luxemburger Premier Jean-Claude Juncker, fragt Focus: "Mit van Rompuy, der seit knapp einem Jahr die zerbrechliche belgische Regierung zusammenhält, sei man zumindest noch nicht zusammengerasselt", heißt es auf Focus.de.

"Nach den üblichen EU-Kriterien ist Van Rompuy ein geradezu idealer Kandidat", schreibt Der Spiegel in seiner jüngsten Ausgabe: "Dem Machtsanspruch der Staats- und Regierungschefs dürfte er kaum gefährlich werden. (...) Und auch EU-Visionen hat er bislang nicht entwickelt. Dafür gilt er als begabter Vermittler ..."

Die Zeit betrachtet Van Rompuy "als aussichtsreichster und auch von Deutschland unterstützter Kandidat". Weiter: "Der praktizierende Katholik, heißt es in europäischen Regierungskreisen, sei uneitel, verschwiegen, scheu unter Großen und scheinwerfer-avers. Eine graue und verlässliche Maus, die keinem die Kameras klaut, kurzum."

Die Welt schreibt, dass Van Rompuy, "der in seiner Freizeit gerne 17-silbige Kurzgedichte (Haiku) über die Natur schreibt, niemanden stören würde. Aber die Königsmacher in Brüssel können sich nicht einigen.